Digitales Downgrade

Freitag, 29. Mai, es war soweit. Ich hatte die Schnauze voll vom asozialen Netzwerk Facebook. Nein, eigentlich ist es nicht das Netzwerk, das ich als asozial erachte. Es sind die Leute, die es so asozial nutzen, dass es asozial erscheint. Vielleicht ist es nur ein Eindruck, der sich seit Wochen und Monaten manifestiert. Ich hatte ja an anderer Stelle in meinem Blog schon einmal darüber geschrieben. Wilde Diffamierungen, Beleidigungen. Menschen laden ungefragt ihren ganzen Frust in verbalen Entgleisungen bei Facebook ab. Oftmals unter ihrem Klarnamen, oftmals ist ihnen vielleicht nicht klar, dass JEDERMANN das lesen kann, was sie in die Kommentare öffentlicher Seiten ergießen. Chefs, andere Vorgesetzte, Familie (Kinder?), Freunde.

Es war also Freitag, der 29. Mai, und ich hatte genug. Ausschlaggebend war ein Posting von Die Welt zu einem Artikel. In diesem geht es um eine Frau, die Wurst- und Fleischwaren mit Nadeln gespickt hat und dafür jetzt verurteilt wurde. Ja, könnte man jetzt sagen, wieso klicke ich bei Die Welt auch auf „Gefällt Mir“, wieso lasse ich mir das anzeigen? Weil – ganz einfach – ich in der digitalen, der onlineredaktionellen Branche arbeite und Die Welt vor ein paar Monaten damit angefangen hat, unglaublich dämliche Beiträge unglaublich lustig zu kommentieren. Das hat bei mir tatsächlich den Ausschlag gegeben, da mal auf „Gefällt Mir“ zu klicken. Endlich gab diesen Menschen mal jemand was zu denken, bot Paroli und schoss zurück, fernab jeglicher Netiquette.

Nun also postete Die Welt einen Link zu besagtem Text. Ich klickte, las und stellte fest: Eine Frau, offenbar psychisch krank, hatte diese Tat begangen. Ich machte den Artikel wieder zu und stolperte automatisch über den ersten Kommentar unter dem Posting. Der da lautete (und der letzte wirklich kleine Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte):

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Ja, Gesicht und Nachname sind absichtlich unkenntlich gemacht, auch wenn man beides unter dem entsprechenden Posting schnell finden kann. Ich beteilige mich jedoch nicht am Bloßstellen anderer Menschen. Hier geht es nur um den Kommentar (der inzwischen, und jetzt ist Samstagmorgen, 238 Likes bekommen hat), in dem pauschal über alle Veganer geurteilt wird. Und das, obwohl in besagtem Artikel mit keinem Wort erwähnt wird, dass die Dame, die diese schreckliche Tat begangen und einige Menschen verletzt hat, Veganerin ist.

Aufgeheizt von so vielen unsachlich geführten Diskussionen über die Flüchtlingssituation in Deutschland, angestachelt von Sinnlosfragen in Flohmarktgruppen, die mit einer Schnellsuche bei Google innerhalb von fünf Sekunden selbst beantwortet wären, und genervt von all den unmenschlichen, unchristlichen und verletzenden Worten über Homosexuelle im Zuge der Debatte über die „Homo-Ehe“ (ganz schlimmes Wort übrigens), fasste ich einen Entschluss. Digitales Downgrade auf Facebook. Sofort. Ich überlegte zuerst, meinen Account komplett zu löschen, damit ich all das einfach nicht mehr in meine Welt lassen muss. Da ich diesen Account jedoch beruflich brauche, verwarf ich die Idee schnell wieder. Dann überlegte ich, einen neuen Account anzulegen, um damit dann die beruflich administrierten Seiten weiter zu betreuen. Auch diese Idee erschien mir nicht sinnvoll, denn, das gebe ich unumwunden zu, ich habe auf Facebook Kontakte zu Menschen, die mir mal nah waren, jetzt aber weit weg wohnen, Kontakte zu Menschen, die mir nie nah sein werden, ich aber gerne lese, was sie erleben und so weiter. Das alles aufgeben für ein paar Trolle, die zu jedem Posting ungefragt ihren Kommentar abgeben müssen? Sich einfach nicht mehr anmelden und damit auch die guten Seiten verpassen? Nein, auch das kam nicht in Frage. Es blieb also nur eins: entliken der Seiten, auf denen es besonders schlimm ist. Verlassen der Gruppen, in denen ich es gar nicht mehr aushalten kann. Ich wollte, dass Facebook für mich wieder das wird, was es am Anfang war: eine Plattform, der ich befehle, was sie mir anzeigen soll. Ich hatte hier natürlich die Rechnung ohne die Facebook-Algorithmen gemacht, aber dazu später mehr.

Ein gutes Facebook, ein Facebook, das mir nur noch zeigt, was es Gutes in der Welt gibt, was meine Freunde so machen. Fotos von Picknicks, Grillfeiern und Roxette-Konzerten – so stellte ich mir das vor. Also legte ich los. Und eins vorweg. Ich habe nicht ALLE Seiten entliked.

Ich habe meinen Facebook-Account seit Dezember 2008. Kurz bevor ich mich registrierte, hatte mich der Ehemann der Roxette-Sängerin Marie Fredriksson bei einem Treffen gefragt, ob ich Facebook habe. Ich hatte es nicht. Er schon. Ich wollte in Kontakt bleiben. Also registrierte ich mich. Die Plattform hat sich seitdem unglaublich verändert, das weiß jeder. Nun, fünfeinhalb Jahre nutze ich das Netzwerk inzwischen, und ich war erstaunt, wie viele Daumen nach oben ich vergeben hatte.

Zuerst einmal war es nahezu unmöglich, eine Übersicht der Seiten zu finden, die ich im Laufe dieser Zeit einmal geliked hatte. Ein Freund schickte mir einen Screenshot, nachdem ich ihm mein Dilemma mitteilte. Er schrieb, ich solle die „Info“ in meinem Profil öffnen, da gebe es eine Übersicht. Nein, bei mir gab es da keine. Auch jetzt, heute, finde ich unter Info nur das hier:

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Es musste also eine andere Lösung her. Weil ich keine Lust hatte, mich damit intensiver auseinanderzusetzen, begann ich, über meine Timeline zu scrollen und alle Seiten, deren Beiträge mir dort angezeigt wurden, anzuklicken und dort mein „Like“ zu entfernen. Das ist mühselig. Und vor allem ist es unvollständig. Denn schließlich entscheidet Facebook, was ich dort sehe. Und das sind vor allem immer wieder Beiträge der gleichen Seiten. Viele viele Seiten, die ich irgendwann mal mit einem Daumen hoch beehrt hatte, tauchen dort gar nicht mehr auf, die Beiträge bekam ich schon seit Monaten nicht mehr zu sehen – wie ich später feststellte.

Nachdem ich ein paar Tage meiner Timeline abgegrast hatte, fand ich nichts mehr. Die üblichen Verdächtigen waren weg: Die Welt, ZeitMagazin, Süddeutsche Zeitung Magazin, Rhein-Zeitung – im Grunde erst einmal alle Medienseiten, auf denen ohnehin mehrmals täglich etwas gepostet wird. Doch es ließ mir keine Ruhe: Irgendwo musste es doch eine Übersicht über all meine Likes geben. Ich fand sie. Unter Neuigkeiten-Einstellungen. Ich gebe zu, das war zu einfach. Hier gibt es den Reiter „Seiten“. Und hier gibt es die Möglichkeit, die Seiten alphabetisch zu betrachten oder sie in der Reihenfolge „Meist gesehene Seiten in der letzten…“ anzeigen zu lassen. Endlich! Doch jetzt tat sich das nächste Problem auf. Die Liste war zwar da, nun aber fehlte ein Haken, um das Like zu entfernen. Bedeutete: Jede Seite extra anklicken, neuen Tab öffnen, Like entfernen. Ich tat das. Am Ende 219 Mal.

219 Mal entschied ich mich gestern gegen Seiten, von denen ich gar nicht mehr wusste, wieso ich sie jemals angeklickt hatte. Ich entschied mich gegen Seiten, die irgendwann mal von Freunden angelegt worden waren, aber schon lange nicht mehr gepflegt werden. Und ich entschied mich gegen Seiten, bei denen es mir wirklich schwer fiel, loszulassen.

In die erste Kategorie fielen Seiten mit Titeln wie „Wo ist mein Balkon? Ich muss zu meinem Volk sprechen“ (nein, ich fühle mich nicht so übermäßig größenwahnsinnig), „usedom.de“ (ich war noch nie auf Usedom und plane auch nicht, da bald hinzufahren), „Skoda Auto Deutschland“ (gab es da vielleicht mal ein Gewinnspiel?), „Teekanne“ (trinke ich gar nicht) oder die Seite eines schwedischen Künstlers namens Niklas Henrikczon & Nimphidia (wird irgendwas mit Roxette zu tun haben, aber ich weiß es einfach nicht mehr).

Die zweite Kategorie bereitete durchaus Schmerzen. Ich like gerne Seiten von Freunden, wenn sich dahinter eine gute Idee verbirgt oder wenn sie sich selbstständig machen und Reichweite brauchen. Doch nun war Großputztag und so flogen „Lippeladen“ (die Seite eines Fb-Freundes, der wohl in Lippe arbeitet, nehme ich an), „Homemade“ (die Seite einer lieben Freundin, die sich inzwischen anderweitig selbstständig gemacht hat, weshalb das nicht so arg wehtat) und alpha beta design (ich vermute, das ist eine Seite, die zu einer anderen Seite gehört, aber sicher bin ich nicht) raus. Hasst mich dafür nicht, aber mein Entschluss stand nun mal fest.

Kategorie drei tat weh. Sie tat wirklich weh. Aber es amüsierte und verwunderte mich auch. Ich komme gebürtig aus Gießen. So hatte sich in meiner Zeit auf Facebook einiges an Gießen-Seiten angesammelt. Die Liste ist gar nicht mal so kurz. Derzeit gibt es folgende Gießen-zentrierte Seiten (bzw. das sind die, die ich angeklickt hatte):

Gießen.de (inzwischen offenbar die offizielle Seite der Stadt)
Gießen entdecken
Giessen, Hessen
Gießen – meine Stadt
Mein Gießen

Sorry, aber da blickt doch keiner mehr durch. Steckt dahinter irgendein Marketing-Konzept, das ich nicht verstehe? Wieso darf jeder Hinz und Kunz eine Seite über seine Heimatstadt anlegen? Gibt es für sowas nicht Richtlinien? Reichen nicht eine oder zwei Seiten? Nun – ich hätte gerne eine behalten, aber ich konnte mich nicht entscheiden. Also flogen alle. Diese Löschung fällt tatsächlich in die Kategorie „Amüsant und verwunderlich“. Schmerzhaft wurde es bei den Gießener Zeitungen „Gießener Allgemeine“ und „Gießener Anzeiger“. Da ich kein Zeitungs-Abo habe, so bildete ich mir ein, blieb ich hier wenigstens grob auf dem Laufenden. Bei genauerer Betrachtung wurde mir klar: Zwei Facebook-Postings am Tag halten mich nicht auf dem Laufenden. Die Redaktion entscheidet schließlich, was interessant ist. Was wirklich für mich interessant sein könnte, erfahre ich nicht, und die Quote, dass ich das jemals herausfinde, ist relativ gering. Ich entschloss mich also auch hier für den „Bye-bye“-Klick, schweren Herzens. Ich bin immerhin gelernte Redakteurin, habe lange Zeitung gemacht.

Ich beendete meine öffentliche Sympathiebekundung außerdem auf Seiten, deren Inhalte mich ab und an doch interessieren: die Seite des britischen Schauspielers und Sängers Hugh Laurie, der US-amerikanischen Serie Homeland (dort werden für deutsche Fans ohnehin nur Spoiler gepostet, wir hängen immerhin eine Staffel hinterher), die Seite von Oliver Kalkofe hat mich ebenfalls verloren. Ich mag seine Postings, aber ich will keine Diffamierungen mehr. Seine nicht und die in den Kommentaren noch viel weniger. Ja, auch das Entliken des ZeitMagazins tat weh. Nach einiger Überlegung wurde mir jedoch klar, dass der Verlag diese Plattform nicht nutzt, um tatsächlich ins Gespräch zu kommen. Was das ZeitMagazin seit vielen Wochen auf Facebook postet, ist nicht das, was ich gerne dort lesen würde. Also weg damit.

Ich klickte und klickte und klickte und fand noch einige Karteileichen. Während meiner Zeit als Lokalredakteurin hatte ich blind jegliche Seiten, die sich auch nur annähernd im Gebiet der von mir betreuten Gemeinden befanden, angeklickt. Das Gleiche tat ich später als Sportredakteurin. Hier eine kleine Übersicht:

Boxteam Lahn-Dill e. V.
Emir Ahmatovic – Boxen
Freiwillige Feuerwehr Hüttenberg
Freiwillige Feuerwehr Hüttenberg-Reiskirchen
Freiwillige Feuerwehr Schwalbach
Handels- und Gewerbeverein Hüttenberg e. V.
Hochelheimer Kneipche
Hüttenberg
Jugendfeuerwehren der Gemeinde Hüttenberg
Junge Union Hüttenberg Schöffengrund Waldsolms
Mini-Feuerwehr Hüttenberg
Mädchen- und Burschenschaft „Frisch Auf“ Hüttenberg e. V.
SG Schwalbach 1910

Mein erster Gedanke, als ich diese Seiten sah: der Glaube und die Hoffnung daran, dass die Hüttenberger Feuerwehren im Brandfall nicht erst klären müssen, welche Seite das zuerst auf Facebook posten darf.

Sämtliche Radiosender, die ich jemals angeklickt hatte, um ein bisschen Promotion für Roxette zu machen, sind ebenfalls verschwunden. Eine Auswahl:

WDR2,
HR3,
SWR3,
HR1,
HitRadio FFH,
Antenne Bayern

Nach insgesamt vier Stunden war ich fertig und hatte mich von 219 Seiten getrennt. Was noch übrig ist? Alle offiziellen Seiten, die mit Roxette zu tun haben. Die Seite von Borussia Dortmund. Offizielle und inoffizielle Seiten, bei denen es um Star Trek und Akte X geht (ja, ich bin ein Nerd), Serienjunkies, DWDL, I fucking love science (einfach zu gut), die offizielle Seite der schwedischen Band Kent, zwei Seiten über die Schauspielerin Kate Mulgrew, ein paar Seiten von Freunden, die dort oder daran arbeiten und das regelmäßig und gut, ein paar Seiten über Lokaljournalismus, Patrick Stewart, der, was Social Media angeht, ganz vorne dabei ist, Aimee Mann, Angela McCluskey. Menschen und Themen, die mir am Herzen liegen.

Entspannt lehnte ich mich zurück. Nun würde alles gut. Oder? Die Erleichterung währte kurz. Immerhin hatte Facebook jetzt 219 Optionen weniger, Inhalte in meiner Timeline darzustellen. Was passierte also automatisch? Es dauerte keine Stunde und nun bekam ich Hinweise darauf, welche Beiträge von meinen Freunden wo kommentiert oder geliked wurden. Hier tauchte dann auch wieder Die Welt auf, Seiten über Veganismus, Seiten über alles Mögliche – und die Beiträge kamen so angezeigt daher, dass es so wirkte, als würde mir der Beitrag der Seite angezeigt werden – und eben nicht der Kommentar meines Freundes.

Die ganze Reinigungsaktion ließ mich zwar besser fühlen, mein Facebook ist dadurch aber auch nicht netter, menschlicher, freundlicher geworden. Ich begriff: Die Inhalte sind immer noch da und so lange meine Freunde diese Inhalte noch sehen und kommentieren, werde auch ich sie immer noch sehen und lesen. Es ist nahezu unmöglich, alles zu überscrollen und wegzuklicken. Die Person komplett ausblenden? Muss es das sein, wenn doch hier und da ein wirklich interessanter Beitrag dazwischen ist?

Mein Vorhaben, MEIN Facebook so zu gestalten, dass es mir ein bisschen Nettigkeit und Menschlichkeit bringt, ist leider gescheitert. Es ist auch im digitalen Zeitalter schwierig, vor allem, mit dem man nicht konfrontiert werden möchte, die Augen zu verschließen. Vielleicht hilft am Ende nur, Menschlichkeit entgegenzusetzen. Jedem frustrierten Kommentator da draußen ein paar liebe Worte zu schicken, eine virtuelle Umarmung. Vielleicht ist es das, was hilft. Hätte ich dazu nur die Energie und die Lust und die Gewissheit, dass es hilft.

Hier noch eine Übersicht aller von mir entfernten Seiten:

11freunde

ABZV – Bildungswerk der Zeitungen
adidas NEO Label
Aggressive Datewear
AlnaturA
alpha beta design
Alternate
Angie Harmon
Anja – The Biggest Loser 2013 Team Grau
Antenne Bayern
Aufmerksamkeitserreger
Auslisten – eine Sammlung recht witziger Listen
Autoren – und solche, die es werden möchten

Bastian Sick Live
Blenn Solutions
Bo Hansen
Bernhard – Biggest Loser Team 2013 Team Orange
Boxteam Lahn in Wetzlar e.V.
brand eins
Buzzfeed

Canon Flohmarkt
Catprint Media GmbH
Claire Underwood
Coverium: cover songs
Cover Songs

Daniel Fischer
Darré – Mein Schuhhaus
Das ist schmutzig, falsch und moralisch höchst verwerflich. Bin dabei.
das Wetter nicht
Dein Sky Sport
Denns
Der Die Welt Praktikant
Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union
Die Kriegsreporterin
Die Kur
Die peinlichsten und lustigsten FB Status Einträge und Fotos
Die virale Philo-Tür
Die Welt
Dieter Hallervorden
Dinge, die die Welt nicht braucht
Dinge, die ein Journalist nicht sagt
Dr. Helge Braun
DTT Gruppe – DTT Konzerte GmbH

E-Bock des Jahres
Eat this
Eco-Vegan Gal
Efva Attling Stockholm
Eidihard
Elephant Parade Copenhagen
EMI Music Germany
Emir Ahmatovic – Boxen
etoall.se
Evren Gezer

Facebook
Familienbetriebe Radde GmbH
Fans des gleichgeschaltet-ironischen Journalistenzirkels
Fewo Stockholm
Flohmarkt Gießen
foodwatch
Foto Ruhl, Gießen
Frank Buschmann
Free School Fotografie
Freienrat der Freien Journalisten an Lahn und Dill
Freiwillige Feuerwehr Hüttenberg
Freiwillige Feuerwehr Hüttenberg-Reiskirchen
Freiwillige Feuerwehr Schwalbach

Gaby Köster
George Takei
Germanwings
Geschichten vom Bürgersteig
Gießen.de
Gießen entdecken
Giessen, Hessen
Gießen – meine Stadt
Gießen: Verkaufen, Verschenken, Suchen, Tauschen
Gießener Allgemeine Zeitung
Gießener Anzeiger

HAARvanna by daniela
Hagen Rether
Hamburg – meine Stadt
Handels- und Gewerbeverein Hüttenberg HGVH
harmony.fm
Hartplatzhelden
Helena Josefsson
Hermann Toelcke
Hessisch – Sprache der Götter
HitRadio FFH
HNA
Hochelheimer Kneipche
Homeland
Homemade
House of Cards
HOUSE MD fan site
hr3
hr-online
HSG Wetzlar Fan-Club Grün-Weiss
Hugh Laurie
Hugh Laurie Blues
Hundefreunde Mittelhessen e.V.
Hüttenberg

I en underbar Roxetteballong – Marie Sörgjerd
I stepped on a corn flake, now I’m a cereal killer
iMashup
Ist das Kunst oder kann das weg?

Junk: A Rock Opera
journalismus.com
Jugenddrehscheibe
Jugendfeuerwehren der Gemeinde Hüttenberg
Junge Union Hüttenberg-Schöffengrund Waldsolms
JLU Gießen

Kachelmannwetter
Konditori Regnbågen
Kinopolis Gießen

Lebensmittellügen
Leifs Lounge Official Site
Lippeladen
Lisa Edelstein
Live Nation UK
Lätta

Malcomess – IHR Restaurant am Kornmarkt
Malin Ekstrand Fanpage
Maria Furtwängler
Maria Höfl-Riesch
Maskottchen Emma
Max Pett – das vergane Restaurant
Martina Hill
Mein Gießen
Mein veganer Traum
Mini-Feuerwehr Hüttenberg
Misfits
Mädchen- und Burschenschaft „Frisch Auf“ Hüttenberg e.V.
Möbelschnäppchen und mehr

NEON Unnütze Videos
Nachrichten-Netzwerk
Nancy’s Kitchen
Nein, Stil ist nicht das Ende des Besens
netzolutions ohg
nichts
Nidda – Bad Salzhausen
Night of the Proms
Niklas Henrikczon & Nimphidia
Noomi Rapace
Nutella

Oberhessische Presse
Obermutten GR Gemeindeverwaltung
Obstkiste
Ohrwurm des Tages
Oktober Promotion & Management
Oliver Kalkofe
Onkelsprech
Ökokiste Bosshammersch Hof
Öko-Test Verlag GmbH

Papalala Festival
Payback
Pizzeria Eisdiele Pircher
Proxtube
Publikative.org
Puma Football

Rach – getestet von Christian Rach
Renate Künast
Ritter & Reitzner – Praxis für Zahnheilkunde
Rizzoli & Isles
Rosbacher
Rote Rosen
Rote Rosen Fanclub
Rote Rosen und Nur Rote Rosen
Runner Project
Runners Point

Sabine Schneider FFH
Schneegida
Schwedische Rezepte
Schülervertretung der GS Schwingbach
SG Schwalbach 1910
Shinji KagawaNi
Skoda Auto Deutschland
Sojola
Spiegel Offline
Spleen24
Sport1 – Doppelpass
Sportschau
Stefanie Graf
Straßenfotografie / Urbane Fotografie
Streetart in Germany
Streetart retards
Süddeutsche Zeitung Magazin
Sue Sylvester (Glee)
Suikerrock
SWR3

Tatort Stadion
Tchibo
Teekanne
The Biggest Loser – Sat.1
The Nerdist
The Rival Hotel
The secret to humor is surprise
They’re, their & there have 3 distinct meanings. Learn them.
THW Gießen
Tierschutzverein Gießen
Tot aber lustig
transfermarkt.de

UEFA Women’s Euro
Universitätsstadt Gießen
Unnützes Wissen
usedom.de

VDL Infotag Facebook für das Lokale
VEBU – Vegetarierbund Deutschland
Vegan Essen Rezepteaustausch
Vegan Kochen mit Jerome Eckmeier
Vegetarisch und Vegan abnehmen

WDR2
Wetzlar – Stadt der Begegnungen
Who sampled
Wir essen jetzt Opa – Satzzeichen retten Leben
Wo ist mein Balkon? Ich muss zu meinem Volk sprechen

Y-Titty
You are your own gym

Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs
ZeitMagazin

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Dummheit, die kein Ende findet

Dies ist der arroganteste, menschenverachtendste, böseste und elitärste Blogeintrag, den ich je geschrieben habe. Aber allmählich muss diese gelblich-grüne Suppe, die sich seit Monaten in meinem Kopf ansammelt, und deren Inhalt blanker Zorn, Unverständnis, Verzweiflung und Ratlosigkeit sind, mal raus. Ich möchte jetzt einfach mal richtig enthemmt und ekelhaft schimpfen!

Mal ernsthaft: Mit welchen furchtbaren Exemplaren unserer Spezies muss ich eigentlich diesen Planeten teilen? In dieser Hinsicht sind die sozialen Netzwerke im Internet wirklich das allerschlimmste Übel, das die Menschheit jemals getroffen hat, denn jetzt wird erst das ganze Ausmaß deutlich. Das Ausmaß dessen, wie beschränkt, wie unfassbar beschränkt, einfältig, dumm und gedankenlos Menschen durch die Welt gehen. Weil jeder zu jeder Zeit und was er möchte und überall posten darf. Bräuchte ich meine Accounts nicht aus beruflichen Gründen, ich würde mich konsequent abmelden und nie wieder auch nur einen einzigen Beitrag in irgendeiner Gruppe, auf einer Seite oder auf der Pinnwand von Freunden lesen. Einfach, weil ich diese gesammelte Doofheit nicht mehr ertragen kann.

Es fängt mit ganz banalen Dingen an. Einträge in einer lokalen Facebook-Gruppe, die eine Art Flohmarkt, Ratgeber und Hilfe-Seite für Menschen ist, die in dieser Region leben. Da wird beispielsweise gefragt, wo man Grillhütte xy der Gemeinde ab mieten kann. Meine Fresse, Uschi, google es doch selbst!! Es ist EIN Klick, es sind drei Wörter die man eingeben muss, und es ist bereits das ERSTE Ergebnis in der Liste. Es kann doch nicht so schwer sein, eine Suchmaschine zu bedienen. Denkste! Letztens: „Welche Apotheke hat denn heute Notdienst?“ Auch schön war: „Wie lange hat heute Geschäft xy in der Hauptstraße auf?“ Oder: „Weiß jemand die Telefonnummer vom Doktor soundso?“ Sind das nicht alles Dinge, die man innerhalb von nicht mal einer Minute googeln und selbst rausfinden kann? Muss man damit andere Menschen behelligen? Nein, lieber wird das eigene Gehirn abgestellt und man haut mal eben unbedacht eine sinnlose Frage in einer Facebook-Gruppe raus.

Inzwischen gibt es ja ganze Webseiten, die sich nichts anderem als der menschlichen Blödheit widmen. Eine davon ist webfail. Immer noch und schon sehr lange ein unerschöpflicher Quell an übersprudelnder Dummheit, anders kann man es nicht formulieren.

Ich möchte bitte per Rakete auf einen Klasse-M-Planeten geschickt werden und nur die Leute mitnehmen, die noch halbwegs für sich denken und leben können. Manchmal frage ich mich ernsthaft, wie diese Leute es schaffen, ihr tägliches Leben zu bestreiten. Einkaufen, arbeiten gehen, eine Lehre abschließen, einen Urlaub buchen – wie zur Hölle schaffen sie das, wenn sie nicht mal in der Lage sind, sich einen Apotheken-Notdienst zu ergoogeln? Es war doch noch nie so leicht!

Zweiter Fall: Ich poste am Morgen eine Polizeimeldung über einen Überfall, der in der Gemeinde passiert ist. Viel steht im Text nicht drin. Drei Männer, dunkel gekleidet, vor Ladenschluss in den Supermarkt gekommen, Geld erbeutet, Flucht. Im dritten Kommentar konnte eine Dame dann das Wasser nicht halten und informierte erst mal alle Gruppenmitglieder darüber, dass wir ja selbst schuld seien, wenn wir alles ins Land ließen. Dass das ausländische Täter gewesen sein sollen – steht da mit KEINEM Wort. Wieso sollte man auch einen Text bis zu Ende lesen? Wäre ja zu viel verlangt. Im Folgenden sehe ich mich dann unvermittelt in eine Diskussion verwickelt, in der ich lang und breit meine Kommentare immer wieder erklären muss, bis im letzten Kommentar meine Gegenspielerin zugesteht, dass sie die anderen Kommentare gar nicht gelesen und somit wohl alles falsch verstanden habe. Ach! Aber Hauptsache, wir haben das mal 30 Minuten ausdiskutiert.

Auch schön: Zeitung xy postet auf Facebook einen Artikel zu einem beliebigen Thema. Alle für das Thema relevanten Informationen stehen im Artikel, dennoch werden in den Kommentaren Fragen gestellt, die ein Klick auf den Link längst beantwortet hätte. Ist es nur Faulheit, einen Text anzuklicken? Ist es fehlende Medienkompetenz? Oder ist es tatsächlich einfach nur Dummheit?

Ich wünsche mir Menschen, die mit offenen Augen durch die Welt gehen. Die sich vielleicht erst mal selbst fragen (oder Google), bevor sie ihre Umwelt mit ausgegorenem Dünnschiss behelligen. Menschen, die sich gründlich informieren, bevor sie mit ihrer Meinung mal eben einen unbedachten Kommentar in die Welt setzen, den das Internet nie mehr vergisst. Ich will mit Menschen zu tun haben, die wissen, wie man eine Suchmaschine bedient. Dass es sowas überhaupt gibt und dass diese Dinge eine Berechtigung haben.

Und noch mehr Angst machen mir all die Dummköpfe, die im blinden Gehorsam einer wild gewordenen Neonazi-Gruppierung namens Pegida hinterherlaufen, Rüssel an Schwanz, Gehirn abgeschaltet, aber immer schön rechte Parolen auf der Zunge, auf Stammtischniveau über die ankommenden und Deutschland überflutenden Horden an Flüchtlingen palavern und keinem Flüchtling auch nur den Hauch einer Chance auf ein neues Leben geben wollen.

Und am Ende bleibt nur die Frage: Wieso muss ich mir mit all diesen Deppen diesen Planeten teilen?

Das Schlimme ist eigentlich, dass ich glaube, dass viele Menschen viel mehr könnten, als sie zeigen. Viel mehr wissen, als sie präsentieren. Aber sie lassen sich einlullen und verdummen quasi sehenden Auges und stehenden Fußes. Jede Entscheidung wird ihnen abgenommen, ein anderer wird schon was dazu sagen. Menschen, steht endlich auf, wacht auf und benutzt euer Gehirn wieder. Dafür ist es doch da. Geht diese Entwicklung weiter, dann wird vermutlich in zehn Jahren das Klopapier automatisch aus der Rolle gefahren und der Hintern per Mausklick abgewischt und beim nächsten Campingtrip weiß die Horde nicht mehr, wie man das in der guten alten Zeit gemacht hat.

Ich fühle mich heute machtlos und geschlagen ob dieser geballten Doofheit, der sich einige so gemütlich hingeben.

Wenn der Udo sein Ding macht..

Stadionatmosphäre, ein Konzert im Sommer – und dann noch Udo Lindenberg? Da kann man nicht „Nein“ sagen. Die Karten für das Megaereignis hatten wir bereits seit Weihnachten und uns nun riesig auf das Konzert gefreut, das noch dazu an meinem Geburtstag sein sollte. Gestern war es dann endlich soweit und los ging es zur Esprit-Arena nach Düsseldorf.

Meine anhaltenden Rückenprobleme haben mir kurz die Entscheidung schwer gemacht, überhaupt das Konzert anzusehen, dann dachte ich jedoch, dass nicht das Stehen mein Problem ist, sondern das Sitzen – was mit Stehplatzkarten also unbedenklich sein sollte.

Da wir Karten für den ersten front of stage-Block hatten und gerne dort hinten am Gatter stehen wollten, fuhren wir so, dass wir gegen 15 Uhr gemütlich am Einlass waren. Die offizielle Info lautete: Einlass, 16 Uhr. Es war drückend heiß, schwül, feucht, fies und jeder sehnte die Öffnung der Tore herbei. Es wurde 16 Uhr, es wurde 16.15 Uhr – nichts tat sich. Einige wurden unruhig und fingen schon an, laut zu rufen. Hier das erste Versäumnis der Veranstalter: Eine kurze Ansage, dass der Einlass sich verzögert, wurde verpasst. Das gehört sich aber so und wäre bei diesen Temperaturen das Mindeste gewesen.

Um 16.30 Uhr gingen die Türen dann endlich auf, der Einlass begann, hier mussten wir zum ersten Mal die Tickets vorzeigen. 200 Meter weiter die nächsten Schleusen, zum zweiten Mal wurden die Tickets kontrolliert – die Taschen aber nicht. Weiter ging es ins Stadion, wo wir feststellten, dass die Veranstalter das Dach geschlossen hatten. Einerseits waren wir froh darüber, dass die Hitze so draußen blieb, andererseits hatten wir mit einem Open-Air-Konzert gerechnet und. hätten uns gewünscht, man hätte das Dach vor Udos Anflug geöffnet.

Auf dem Weg zur „front of stage“: die dritte Ticketkontrolle. Ich würde auf diese Ticketkontrollen nicht so explizit hinweisen, wäre das nicht die Möglichkeit gewesen, die farbigen Bändchen für den entsprechenden Bereich bereits dort zu verteilen. Versäumnis 2: Im „front of stage 1“, quasi dem Golden Circle, standen zwei Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, der Bändchen verteilte, die einen zum Wiedereinlass berechtigten, wenn man mal raus wollte, um zwei Kilometer entfernt ein völlig überteuertes Wasser zu kaufen. Klartext: Mehrere hundert Bändchen klebten zwei Mitarbeiter um mehrere hundert Handgelenke und ich frage mich: Wie unorganisiert kann man eigentlich sein? Umso frecher, dass sein Chef, statt dem einen überforderten Kerl Hilfe anzubieten oder zu suchen, ihm noch den Spruch „wenn du mal 5000 geklebt hast, weißt du, wie es geht“ drückte. Noch dazu gab es die Bändchen-Info nicht offiziell. Nur wer wachen Auges durch die Halle lief, sah, dass da irgendwo was verteilt wurde. Ein Unding.

Versäumnis 3: das Getränkeangebot und die Getränkeversorgung. Wasser gab es im Innenraum im vorderen Teil schon nach einer kurzen Zeit nicht mehr, und auch an den Ständen im Stadion war Wasser schnell nicht mehr zu bekommen. Wenn man dann noch beobachtete, wie die Arena-Mitarbeiter Halbe-Liter-Flaschen Cola und Gerolsteiner öffneten, um die dann in die Becher umzukippen und dafür 4 bzw. 5 Euro dafür zu verlangen, konnte man sich ernsthaft fragen, wer sich so einen Blödsinn ausdenkt? Vom Umwelt- und Müllaspekt mal ganz zu schweigen.

Blick auf die Karte: Beginn, 18 Uhr. Es wurde 18 Uhr, es wurde 18.15 Uhr, es wurde 18.30 Uhr, nichts passierte. Gegen 18.40 Uhr erbarmte sich einer der Organisatoren und teilte das Abendprogramm mit. Versäumnis 4: Vorband 1 um 19.15 Uhr, Vorband 2 um 20.15 Uhr, Udo um 21 Uhr. Als er dann noch versuchte, für die Anti-Rassismus-Kundgebung am Montag zu werben, wurde er mit einem gellenden Pfeifkonzert mehr oder weniger zum Schweigen gebracht. Ich las dann auf der Twitterwall, die über der Bühne hing, dass offenbar vorher im Internet bekanntgegeben worden ist, dass Udo um 21 Uhr kommt. Selbst wenn – ich habe als Gast keine Holschuld. Wenn auf meiner Karte steht, dass es um 18 Uhr losgeht, dann hat spätestens um 18.30 Uhr die Vorband auf der Bühne zu stehen, ganz einfach. Dass dem Veranstalter hier ein Fehler auf den Tickets unterlaufen sein soll – geschenkt. Wenn ich als Organisator merke, dass die Stimmung kippt, weil die Leute mit etwas anderem gerechnet haben, dann muss ich verdammt noch mal den Arsch in der Hose haben und mich auf der Bühne vor diesen 50.000 Zuschauern (die im Schnitt 60 Euro für die Karte bezahlt und damit für 3 Millionen Euro Umsatz gesorgt haben) entschuldigen und nicht noch lapidar sagen: „So müssen sich Fußballer fühlen, wenn das Publikum pfeift.“

Nun denn, er ging gann wieder – und mit ihm sehr sehr viele Zuschauer, die auch nicht mehr wiederkamen. Zurecht! In der Halle wurde es derweil immer schwüler und stickiger, unangenehm, und Wasser, das gab es ja nur, wenn man den Fußmarsch nach Köln antrat. Im Innenraum wurden von Mitarbeitern mit Bauchladen nur Bier (5 Euro) und Minibecher Caipirinha (7 Euro) angeboten. Mir dämmerte langsam, wer hier das Geschäft seines Lebens machen wollte.

Auch wenn Udo vielleicht nichts für die Verzögerung konnte, wer weiß das schon, man hätte ihn informieren müssen. Blöder kann es nicht laufen, als wenn der Star des Abends, auf den alle seit mindestens sechs Stunden gewartet hatten, in einer Kapsel über dem Publikum auf die Bühne schwebt, aussteigt, drei Lieder singt und dann sagt (Versäumnis 5): „50.000 Zuschauer in einem Stadion, ein Traum wird wahr.“ Nein, dann möchte man als geprellter Gast gerne hören: „Sorry, dass ihr so lange gewartet habt, es ist doof gelaufen, aber jetzt machen wir Party, ja?“ So hatte Udo einen miesen Start und wurde wenigstens noch eine halbe Stunde lang kräftig ausgepfiffen. Schade schade schade, wenn die Leute nicht einfach ehrlich sein können und nicht in der Lage sind, sich IN dieser Situation DIREKT zu entschuldigen.

Die Show war super, nichts zu bemängeln. Und wer sich über Eierlikör, Zigarren und einen angetrunkenen Udo beschwert, der kennt Udo vielleicht nicht. Die Show war die 74 Euro wert, das Drumherum nicht. Veranstalter: setzen, sechs. Macht es heute bitte besser!

How I did not meet Gates McFadden

I fell in love with Gates McFadden when I was 15. It was 1996 when I started to watch Star Trek: The next generation. The series had been cancelled in the USA already but we – far off in Germany – had not seen the last episode so far and everything from season 5 on seemed new and exciting. No internet was to be found back then, which made spoilers impossible. I tried to avoid to read the TNG articles in TV magazines and so every new episode was indeed new and exciting to me. Almost immediately when I had started to watch TNG I felt that Beverly Crusher was not only my favourite character but that I really adored Gates McFadden. She looked fantastic, I loved her gesture and the way she talked – although I was tortured with the synch some years before I could watch the series with the original audio and got the original voices. I became a Trekkie. Because of her and because of Patrick Stewart who to me is still one of the best actors. I started to buy posters, I joined a Star Trek Movie night in a huge cinema and we watched all the eight movies (that had been out) in a rowin one night. I found new (Trekkie) friends, went to a „Trekdinner“ (which is still going strong btw!) and thought about going to convention for the very first time.

The Fed Con in Bonn, Germany, April 199, was supposed to be my first one. The only reason for me to join this convention? Yes, right, Gates McFadden was announced to be there as well. This would be my chance to finally meet her and – in case I’d overcome my excitement – to tell her how much I liked her in her role. In the meantime I had started to watch her in „Marker“. Unfortunately the German broadcaster VOX decided to not show all episodes which is why I never got to know how this series ended. I, however, was so happy to be part of this Fed Con. In 1998 I already had internet but the main information I got came from my Star Trek fan club. Only some days before our departure to Bonn we got to know that Gates McFadden wouldn’t come, she had cancelled her participation. I didn’t know what to do, I was about to cancel my participation as well, but I didn’t want to disappoint my friend who would have not been allowed to go without me – we were only 17 years old back then. I went and liked it, but I was really disappointed that my favourite star didn’t make it. Though, I really liked what I heard from Kate Mulgrew, I enjoyed Tim Russ‘ panel and had a crush on very good-looking Robert Beltran.

I forgot about Gates not being there – but only for some time. Unfortunately, I experienced some bad times at school, got worse and had to read and learn a lot. Then, only some months later a friend told me that Gates McFadden had been announced as one of the guests at the next Fed Con. My only reaction was a bit childish when I said: „Well, yes, and then she cancels again some days before.“ The weekend in Bonn had cost me a fortune (as I was still a student with only some pocket money. I refused to book another hotel, to buy the tickets and go there. Now – looking back to that year 15 years later – I can only says that this maybe was the wrongest decision I ever made in my Trekkie life. She came and I had not been there.

I forgot about Star Trek afterwards, fell in love with a guy and started my time at the college. I found another old love again, the love for a Swedish band called Roxette and started to follow them, him and her everywhere. I spent a lot of money on concert tickets, hotels, travels and whatever you can think of. I didn’t know that Gates McFadden attended another FedCon in 2006. Then, when I moved in 2012, I found a lot of old posters, files, articles and other Star Trek stuff that I wanted to be in good hands. I visited the Trekdinner once more and met some old friends which welcomed me so warm that it actually hurt. I gave them my stuff and was happy – until one of them told me that Gates McFadden would be at the FedCon 2012 in Düsseldorf. It was only some weeks until the actual date. I immediately checked my filofax and saw that my boss planned to see me at work that weekend. I checked the work plan when I got back to the office – no chance to swap my shift. Damnit! Another time – the third time – I wouldn’t have the chance to see a huge idol of my younger years. I think I kept my head shaking some weeks, I couldn’t believe that it mabye simply wasn’t meant to be. I knew that she wouldn’t come back too soon.

But then, in 2013, I surfed around the net and saw that some convention was to come in February 2014- in Frankfurt, actually really right next to the town I am living. I got excited. This was it! Now or never. Guess what – I checked the date and: No time, no space. On that particular weekend I had planned a short trip to Sweden to see Marie Fredriksson on stage (her first solo tour after her brain tumour and her first solo tour in 14 years!). No way I could cancel it. I realized that I would be back on Frankfurt airport on Sunday evening. I tried to find out how long the convention was planned to last and thought that maybe, just in case, with a lot of luck, I just could meet her at the airport. When I landed on Sunday evening I kept my eyes open for her, but my plan failed, of course. This was actually the fourth time I had not met Gates McFadden. Fortunately, she is very active on Twitter and I love to follow her there, even though, she really thinks we Germans are not the funniest folks out there. Is that true, I keep wondering. However, this sad story about how I did not meet Gates McFadden is at least kind of tragicomic, right? I however still adore her!

Halmstad, meine Perle

Alles verändert sich, ja ja. So ist das einfach. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Ich weiß noch, wie Halmstad aussah, als wir das allererste Mal dort waren. Wenig Infrastruktur. Zwischen Halmstad und Tylösand gab es hier und da eine Tankstelle, einen ICA-Supermarkt und ein wenig ansprechendes Äventyrsland für Kinder. Das war es. Zumindest in meinem Kopf. Als ich vor ein paar Jahren nach einigen Jahren Pause wieder nach Halmstad kam, war die Stadt schon nicht mehr meine. Alles hatte sich verändert. Gerade auf der Straße zwischen Halmstad und Tylösand hat sich so viel verändert. Ein Burger King ist dazu gekommen, ein Lidl, aus dem Äventyrsland ist ein für eine Kleinstadt beachtlicher Wasserrutschenpark geworden. Die Straßen sind erneuer worden und man darf an vielen Stellen nur noch 40 fahren. Alles, was diese Stadt für mich mal ausgemacht hat, ist weg. Dieser Kleinstadt-Flair, ein Hauch von Nichts. Viele Grünstreifen, wenige Menschen, wenige Geschäfte. Das war mein Halmstad.

Jetzt, 2013, war ich nach vier Jahren Pause wieder dort. Sogar eine Woche lang. Und je öfter wir durch die Stadt gelaufen oder gefahren sind, kam wieder dieser Gedanke. Es ist nicht mehr das, was es für mich mal war. Wenn ich allein daran denke, wie viele Plattenläden es in der Stadt gab – ich habe es diesmal nicht überprüft, aber wenn, dann kann es nur noch einer sein. Der Rest ist weg. Wo wir uns früher für teures Geld mit den neuesten und ältesten Roxette-&-Related-Platten eingedeckt haben, ist jetzt ein Kiosk mit jeder Menge Süßigkeiten. Wo wir uns früher an einem Imbisswagen Pasta to go mit einer von drei angebotenen Soßen gekauft haben, steht jetzt ein richtig moderner Wagen, der nicht nur Nudeln, sondern auch Pizza verkauft. Das Gefühl, das ich früher hatte – dass die Stadt mit sich zufrieden ist und Schnick-Schnack nicht braucht, ist weg. Jetzt ist meinem Gefühl nach alles sehr auf den Sommer-Tourismus ausgerichtet, aber das noch nicht mal richtig gut. Ich war ein bisschen enttäuscht von all den Veränderungen. Aber so ist das wohl im Leben. Nichts bleibt ewig.

Einzig die Pizzeria Capri ist immer noch an Ort und Stelle – wie gut. Ich hoffe, dass sie durchhält und genau dort bleibt, bis ich das nächste Mal in der Stadt bin. Ich brauche wenigstens ein bisschen Kontinuität.

 

Hätte ich mal Geld gesetzt..

Das ist mir noch nie passiert. Noch nie! Ich habe das Ergebnis eines Fußballspiels geträumt. Und nicht nur das – ich hatte sogar geträumt, dass der Ausgleich genau so spät fällt, wie er tatsächlich gefallen ist!

Es war eine unruhige Nacht, die Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Der Hund wollte nicht schlafen und von jedem Geräusch, dass ihre Krallen auf dem Laminat machten, bin ich aufgewacht. Ich habe im Schnitt immer etwa zwei Stunden am Stück geschlafen, bin dann aufgewacht, habe den Hund beruhigt und bin wieder eingeschlafen. Nur so kann ich mir erklären, dass ich mich an den Traum überhaupt erinnere. Wahnsinn! Das Spiel Schachtjor Donezk – Borussia Dortmund gestern Abend in der Fußball-Champions-League habe ich geträumt. Ich wusste, dass es 2:2 ausgeht. Und trotzdem habe ich nicht gewagt, darauf Geld zu setzen. Warum? Weil ich mir selbst nicht vertraue? Weil ein Traum einfach viel zu vage ist? Weil Sportwetten am Ende doch nicht reich machen? Zum Glück habe ich die Quote nicht nachgeschaut und weiß somit nicht, wieviel Geld mir ein Tipp auf ein 2:2 eingebracht hätte. Zum Glück!

Und nein, sorry, die Lottozahlen habe ich bisher leider noch nicht geträumt!

Übrigens: In meinem Traum gab es nach dem 2:2 ein Elfmeterschießen, danach stand es 5:2 für Donezk. Erinnert mich dran!

Veränderungen

So kann es gehen. Man gewöhnt sich an etwas, man nimmt es in sein Leben auf, man denkt nur gut, man nutzt es, man liebt es. Und dann ist es weg. Eventuell sollte man sich nie zu sehr an etwas gewöhnen. In diesem konkreten Fall geht es um Brot.

Ich hatte mal ein Lieblingsbrot. Sechskornbrot. Von der Bäckerei Müller. Die liefert Qualität aus dem Burgwald. Laut Slogan. Und das Brot war wirklich gut. Es war sehr lecker und vor allem sehr sättigend. Zwei Scheiben Sechkornbrot und man konnte sich sicher sein, dass bis zum Mittagessen keine nennenswerte Hungerattacke mehr auftreten würde. Das ist bei anderen Broten anderer Bäckereien sehr anders.

Nun stehe ich also heute in der Filiale Müller meines Vertrauens und will Sechskornbrot kaufen. Ich sehe schon, dass das Regal leer ist, denke aber nur, dass es eventuell leer ist. Ich frage natürlich trotzdem, vielleicht gibt es ja irgendwo noch ein halbes für mich. Nein, das tut es nicht. Und es kommt noch viel schlimmer. Es wurde aus dem Programm genommen. Ich bin derart vor den Kopf gestoßen, dass ich erst einmal eine Kundin vorlasse, um den Schock zu verdauen.

Ich spreche dann, als ich wieder dran bin, mit der Verkäuferin und schildere mein Leid in allen Farben und Formen. Ich bin immer noch untröstlich. Erst streichen sie meine Glyxbrötchen, nun auch noch das Sechskornbrot. Die Verkäuferin lässt zwischen den Zeilen raus, dass das Brot wohl kein Renner war. Gut, war ich halt die einzige Sechskornbrotkundin in Hessen. Traurig ist das trotzdem.

Gekauft habe ich dann die zweite Wahl – das Sonnenblumenbrot. Das ist übrigens dann auch noch gleich 15 Cent teurer geworden. Aber man muss Opfer bringen, wenn man sich entwöhnen will. Die Frage, was ich jetzt dauerhaft morgens auf dem Teller liegen habe, hat das aber nicht geklärt. Bevor ich gehe, sage ich der Verkäuferin, dass meine Kritik natürlich nicht an sie persönlich gerichtet ist und verspreche ihr, eine Eingabe zu machen. Gleich morgen.

Wie es so gehen kann, konnte diese ärgerliche Eingabe natürlich nicht warten und zum ersten Mal (ok, das zweite Mal – beim ersten Mal war die Ware kaputt und ich wollte mich beschweren, dass die so was ins Regal stellen) habe ich mich bei einem Hersteller beschwert. Das ist meine Mail im Wortlaut:

Liebes Team von Bäcker Müller,

gerade stehe ich in meiner Müller-Bäckerei in Gießen und erfahre, dass das Sechskornbrot aus dem Programm genommen wurde. Ich war derart fassungslos und untröstlich, dass ich erst einmal eine Kundin vorlassen musste, um mich von dem Schock zu erholen.

Ich kann mir denken, dass das Brot kein Renner gewesen ist – ansonsten wäre es sicherlich nicht nötig gewesen, das Brot aus dem Sortiment zu nehmen. Und wenn doch, verstehe ich es noch weniger. Das Sechskornbrot war mein allerallerallerliebstes Lieblingsbrot und ich weiß nun ernsthaft nicht, was ich essen soll.

Die Mitarbeiterin in der Filiale hat mir die neuen Kreationen vorgestellt – Eiweiß-Abendbrot- und brötchen (als Ersatz für meine ebenfalls heißgeliebten Glyxbrötchen, die es schon länger nicht mehr gibt) – aber nein, ich will abends keine Kohlehydrate sparen, ich will auch kein Abendbrot, ich will MEIN Brot.

Mir ist schon klar, dass diese Email total ins Nirgendwo führt, aber ich musste meiner Verärgerung nun doch mal Luft machen. Alternativ habe ich heute das Sonnenblumenbrot gekauft (welches auch noch 15 Cent teurer geworden ist), weil mir nur das sonst noch schmeckt und viel wichtiger: Es ist das einzige Brot neben dem Sechskornbrot, das bei zwei Scheiben Genuss um 7.30 Uhr satt macht bis um 12.30/13 Uhr zum Mittagessen. Und das sind die einzigen beiden Brote, die Nutella erst zu dem machen, was es ist. Dennoch bevorzugte ich immer die Sechskornvariante, seit etwa sieben Jahren (!) und bin jetzt wirklich aufgeschmissen. So kann man sich an etwas gewöhnen und so schwer fällt es, Abschied zu nehmen. Sofern das Sonnenblumenbrot auch noch rausfliegt, wünsche ich mir, dass schon ein paar Wochen vorher mit einem Hinweis am Preisschild darauf aufmerksam gemacht wird. Dann kommt der Schock nicht so plötzlich. 😉

Schade, schade, schade!! Und was ist mit den Glyxbrötchen passiert?

Viele Grüße einer enttäuschten langjährigen Kundin,
xxx

Haltet mich für schrullig, aber mir geht es jetzt besser!

Nachtrag, 20.4.:

Wenn ich es richtig deute, dann hat mir der Geschäftsführer persönlich geantwortet. Da sage ich nur: WOW! Hut ab!

Sehr geehrte Frau O,

vielen Dank zunächst für Ihre E-Mail.

Zunächst zum Glyxbrötchen:

zu wenig Fans (=Nachfrage) – wird also nicht mehr produziert.

Dann zum Thema 6-Kornbrot:

Es haben sich auch andere Kunden außer Ihnen gemeldet, die sich

über den Wegfall des 6-Kornbrotes beschwert haben.

Wir werden es trotzdem nicht mehr ins Sortiment nehmen, weil dort

eine Körnermischung verarbeitet wurde, die wir nicht beeinflussen konnten.

Ab kommenden Montag kommt ein neues Kastenbrot (750g): Kornmüller.

Dieses Brot ist  eine Eigenentwicklung mit Weizenmehl, Roggenmehl,

hauseigenem Sauerteig, Haferflocken, Soja u.a.  Wir haben es testgebacken und

es hat allen, die es probiert haben, prima geschmeckt. Saftigkeit – klasse, Frischhaltung – klasse.

Ich gebe zu, dass es doof von uns war, es nicht sofort bei Ende des 6-Kornbrotes im Sortiment

zu haben – aber ich hoffe, dass es ein sehr guter Ersatz dafür werden wird!

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Georg Müller