Dann also vegan.. oder?

Am Donnerstag, 18. Dezember 2014, aß ich zum letzten Mal Fleisch. Käse-Lauch-Suppe. Hackfleisch ohne Ende. Fett ohne Ende. Magenschmerzen am Abend – ohne Ende. Schon da reifte die Entscheidung in mir: Kein Fleisch mehr. Ich vertrug es einfach nicht. Nach jedem Genuss von Fleisch/Wurst ging es mir nicht gut, der Magen rebellierte. Am Tag darauf, Freitag, 19. Dezember 2014, gönnte ich mir bei einem schon lange geplanten Wellness-Tag mit einer Freundin bei einem Frühstück noch einmal Schwarzwälder Schinken auf dem Brötchen. Und das war es. Seitdem habe ich kein Fleisch mehr angerührt. Nein, auch keine Wurst. Mit dem Gedanken, komplett auf tierische Produkte zu verzichten, hatte ich davor schon eine Weile gespielt, es aber noch nicht umgesetzt. Da mein Magen auch auf Milchprodukte nicht zufrieden reagierte, fiel die Entscheidung leicht. Langsamer Umstieg auf vegane Ernährung. Schon vor Silvester ging es langsam los, nachdem noch alle Reste brav gegessen wurden (Käse wirft man nicht weg, Milch trinkt man aus und Eier brät man eben noch).

Ab dem 1. Januar stellte ich dann meine Ernährung um. Gemeinsam mit meiner Freundin. Kein Brot mehr zum Frühstück. Stattdessen Frühstücksbrei mit Sojamilch und frischen Früchten. Dabei sind wir bis heute geblieben. Umgestellt haben wir das nicht, weil wir nun nicht mehr wussten, was wir auf Brot essen sollten (gibt ja genug Marmeladen), sondern einfach die bewusste Entscheidung zu mehr Obst und gesunden Kohlenhydraten. Der Brei schmeckt bis heute gut. Hier und da, an einem Sonntag, unterwegs bei Freunden oder Familie, frühstücken wir auch ganz normal Brötchen – dann eben mit Marmelade. Meistens.

Denn mein „vegan“ unterscheidet sich wesentlich vom eigentlichen „vegan“. Ja, ich esse hier und da Eier. Und ja, alle zwei bis drei Wochen gibt es ein Stück Fisch. Diese Einschränkungen habe ich mir bewusst gemacht, da ich von Anfang an wusste, dass ich es sonst so radikal nicht schaffen würde. Aber: Bei der Sojamilch sind wir konsequent geblieben. Auch bei Joghurt, Quark und anderen Milchprodukten. Beim Frühstück auswärts gab es auch hier und da mal eine Scheibe Käse. So lebe ich für mich vegan besser als mit dem Zwang, zu 100% das leben zu müssen, was vegane Lebensweise vorgibt. Ich fühle mich körperlich immer noch deutlich fitter als vor der Ernährungsumstellung. Ja, hier und da gibt es eben eine Ausnahme.

Nun sind fünfeinhalb Monate vorbei und allmählich stellen wir fest, dass uns Käse doch ein bisschen fehlt. Und irgendwie, ja, so sehen wir das, gibt es tatsächlich keine Alternative zu Käse. Keine geschmacklich gute Alternative. Käse ist nun mal Käse. Das bedeutet nicht, dass wir ihn nun wieder willenlos kaufen und essen. Es bedeutet eben, dass er uns fehlt. Und dass inzwischen wieder, hier und da, selten, Käse integriert wird. So gab es vergangene Woche zum ersten Mal in diesem Jahr kein rein veganes Gericht aus der heimischen Küche, sondern Spargel mit Parmesan-Kruste. Und er war herrlich lecker.

Nach fünfeinhalb Monaten bleibt also festzuhalten, dass es schwieriger wird, auf alles zu verzichten, was mal so gut schmeckte. Und ja, käsetechnisch ist es Verzicht. Während ich in diesem Jahr bisher nur zweimal Fleischgelüste hatte (einmal wollte ich unbedingt ein fettiges Schnitzel mit Pommes vom Lieferdienst, einmal rochen die halben Hähnchen vom Imbisswagen so gut) und die nach spätestens zwei Stunden auch wieder vorbei waren, holt mich der Gedanke an Käse öfter ein, als es mir lieb ist. Hier und da wird er also wieder in der Küche auftauchen.

Dennoch macht das überwiegend vegane Leben Spaß. Ich fühle mich wie bereits beschrieben deutlich fitter, besser und leichter. Der Gürtel lässt sich wieder enger schnallen und der Magen hält auch Ruhe. Sodbrennen habe ich keines mehr. Gemüse kochen macht Spaß und Obst schmeckt sowieso immer gut.

Ein Hoch auf die Veranlag(er)ung – nicht!

Zwei Wochen ohne Kohlenhydrate am Mittag und am Abend sind vorbei. Dazwischen lag ein Fresstag – da gab es Pizza, Nudeln und Eis. Und danach ging es strikt weiter mit der Kohlenhydrat-Diät. Die Qualen werden geringer, Süßes vermisse ich fast gar nicht. Und wenn es doch mal ganz schlimm wird, nehme ich ein kleines Stück Bitterschokolade und zerlutsche es im Mund. So bleibt es etwa fünf Minuten erhalten und danach will man dann auch eh kein „süß“ mehr. Auf der Waage hat sich in der vergangenen Woche jedenfalls gar nichts getan. Ich habe 0,0 Kilogramm ab- oder zugenommen. Nun heißt es, nicht die Geduld zu verlieren  und dran zu bleiben, auch mit dem Sport. Der Körper verändert sich ja trotzdem. Die Beine sind straffer und meine Freundin sagt, dass ich schrumpfe. Gut, das spricht dafür, dass ich in der Vertikalen kleiner werde und nicht, wie angestrebt, in der Horizontalen. Und da, wo sich eigentlich was tun sollte – am Bauch – tut sich so gut wie nichts. Dadurch, dass ich dann jetzt auch noch von oben herab eingehe, wirkt die Wampe also noch größer. Tipps?

Ich versuche noch ein bisschen mehr, nicht nur kohlenhydratarm zu essen, sondern auch auf unnötiges Fett zu verzichten – wie fettiges Fleisch oder zu fettigen Käse zum Beispiel. Vielleicht bringt das auch noch etwas mehr. Dadurch, dass ich aber im Moment in der Halbmarathon-Vorbereitung stecke, weiß ich gar nicht, ob Reduktion all dieser Elemente so gesund ist. Hat da jemand Erfahrungswerte? Dr. Strunz, der Fitness-Papst, meint ja, dass Sportler keine Kohlenhydrate brauchen. Jedenfalls gehe ich derzeit vier Mal in der Woche laufen und an den Tagen dazwischen mache ich ein kräftigendes Workout, das auf 10 Wochen angelegt ist. Das Training kommt mit einer App, die „You are your own gym“ heißt, hatte ich die schon mal erwähnt? Nur zu empfehlen. Hatte schon heftigen Muskelkater.

Diesen Dingen zum Trotz bin ich NATÜRLICH enttäuscht, wenn sich auf der Waage nichts tut. Ich mach Sport, Sport, Sport, esse gesund und – nichts. Ja, da bauen sich Muskeln auf, ja, das dauert alles länger, aber trotzdem glaube ich manchmal, dass da was nicht stimmen kann. Und wenn ich mit anderen darüber rede, ist das zweite Argument gleich: „Vielleicht ist das auch einfach Veranlagung.“ Danke, Veranlagung (die ich gerne auch mal Veranlagerung nenne), ich brauche Dich nicht. Such Dir bitte ein anderes Opfer!! Kopfschüttelnd stehe ich neben der Veranlagung und frage mich, was sie soll. Und werde wütend, wenn die gertenschlanke Kollegin neben mir im Supermarkt an der Kasse steht und drei Brezeln kauft, die sie dann genüsslich isst, ohne ein Gramm zuzunehmen. Das lässt einen doch verzweifeln. 😦 Und es ist natürlich extrem unfair. Ich möchte bitte sofort einen besseren Stoffwechsel und nicht dazu veranlagt sein, Hüftspeck zu haben. Ich möchte das nicht! So!

Immerhin läuft es beim Sport gut: Zum ersten Mal bin ich die 10 Kilometer unter einer Stunde gelaufen. Fit bin ich also!

 

Kein Leben ohne Kohlenhydrate

Die erste Woche „Low Carb“ ist fast vorbei. Was habe ich gemacht? Morgens eine Scheibe Vollkornbrot gegessen – dazu einen Quark mit Buttermilch und frischen Beeren. Dazu eine Tasse Tee. Das war es an Kohlenhydraten für den Rest des Tages. Mittags gab es entweder Ei, Fisch oder Fleisch. Ja – ich habe also wieder mit dem Fleischverzehr (eigentlich geht es hier um 90% Rindfleisch und 10% Schweinefleisch, da ich sowohl Schwein als auch Geflügel und Sonstiges (Lamm, Kalb) einfach nicht (mehr) mag) begonnen. Ein bisschen widerwillig, aber ich wollte ja nun mal diese Kohlenhydrat-Theorie testen. Bringt es wirklich was, so wenig wie möglich Kohlenhydrate zu sich zu nehmen? Zum Fleisch oder Fisch hatte ich dann immer Gemüse. Natürlich alles ohne Soße. Oder es gab Salat. Meines Erachtens und für meinen Geschmack wirklich eine einseitige Ernährung, die mir spätestens am Freitagabend auf den Nerv ging. Ich bin nun mal ein Brotesser und ich liebe Brot und vor allem den Fakt, dass es das hier in Deutschland in so vielen schmackhaften Varianten gibt. Das fehlt mir wirklich. Was ich nicht vermisst habe, sind Kartoffeln und Reis. Reis mag ich ohnehin schon nicht so gerne und habe den früher auch schon sehr sparsam gekocht bzw. gegessen. Kartoffeln kamen schon mal öfter auf den Tisch, aber bisher hatte ich keine Kartoffelgelüste. Was mir fehlt, sind Nudeln, Brot und – genau: Nutella! Die lasse ich auch weg, weil eben viel Zucker drin ist und daher viele Kohlenhydrate. Wie gerne hätte ich auch eben zum Nachmittagskaffee ein Nutellabrot gegessen. Ich habe es gelassen. Stattdessen gab es eine Scheibe Roggen-Knäckebrot mit ganz dünn Philadelphia-Frischkäse drauf. Und das war heute mal die Ausnahme, was Brot angeht. Aber auch nur deshalb, weil ich heute Morgen 80 Minuten laufen war und der Meinung, mein Körper bräuchte etwas Energie. Ich gehe da also jetzt nach Gefühl.

Was den Sport angeht, war ich auch nicht untätig. Am Dienstag war ich 7,15 Kilometer laufen, in meinem derzeit schnellsten Wohlfühltempo, am Donnerstag war ich 5 Kilometer nahezu im Wettkampftempo unterwegs, am Freitag war ich mit einem Kollegen joggen und wir haben uns während des gesamten Laufs gut unterhalten. Ich habe gar nicht gemerkt, dass dies meine schnellste 8-Kilometer-Runde seit Beginn meiner Aufzeichnungen war. Also schon grandios. Am Samstag habe ich mit der App „You are your own gym“ ein kleines Workout absolviert. (Die App ist sehr zu empfehlen, kostet aber 2,69 Euro und man braucht einen stabilen Tisch, eine stabile Tür, einen stabilen Stuhl und einen stabilen Türrahmen zuhause. 🙂 Und heute wollte ich eigentlich bei einem Parkhauslauf (5 Kilometer) antreten, hatte aber heute Morgen überhaupt keine Lust auf Wettkampftempo und habe mich daher an mein Halbmarathontraining erinnert. Stattdessen bin ich also 80 Minuten „im langsamen Dauerlauf“ wie gefordert gelaufen. Die Zeit war eine Minute pro Kilometer langsamer als am Freitag mit meinem Kollegen – das nur als Anhaltspunkt. Aber es hat richtig gut getan.

Nun zum Gewicht: Ich habe in dieser Woche 1 Kilo abgenommen und laut Waage, 0,7% an Fett verloren, dafür aber 1,5% Muskelmasse zugelegt. Ich weiß nicht, wie genau und zuverlässig diese Zahlen überhaupt sind, aber ich habe und nutze nur diese Waage und orientiere mich daran. Da die Waage heute Morgen kurz streikte, musste ich insgesamt drei Mal drauf und mein Gewicht schwankte bei allen drei Wiegevorgängen um 0,7 Kilo. Man weiß also nicht genau, was man glauben soll. Gefühlt habe ich etwas abgenommen, ja. Das aber nicht glücklich, sondern schon unter leichter Qual. Eiweiß-Mahlzeiten halten nicht so lange vor wie Kohlenhydrat-Mahlzeiten, allerdings ermüden sie einen auch nicht so schnell. Ich habe penibel darauf geachtet, die vier bis fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten einzuhalten und so hatte ich zwischendurch wirklich großen Hunger, den ich mal mit einer Handvoll Walnüsse, mal mit Beeren oder mal mit zwei Gläsern Wasser gestillt habe. Ich weiß allerdings nicht, ob das mein Mittel der Wahl aller Zeiten sein wird. Vermutlich nicht. Irgendwann gibt es auch wieder Nudeln, wenn auch in Maßen.
Gefühlt ist es auch so, dass mir allein von diesen körperlichen Auswirkungen (viel wacher!) die Kohlenhydrate nicht fehlen – ich bin wesentlich fitter, agiler und munterer. Bei einer reichhaltigen Kohlenhydratmahlzeit hatte ich hinterher nicht selten die „Fressnarkose“ – vor allem dann, wenn ungesunde Fette (beispielsweise von Pommes) auf ungesunde Weißmehlprodukte (Brötchen) trafen. Jetzt bin ich wesentlich wacher, das ist Fakt. Aber dafür habe ich öfter Hunger. Die optimale Lösung habe ich noch nicht gefunden. Und ich merke auch beim Laufen, dass mir die Kraft fehlt, wenn ich aufs Tempo drücke. Eventuell werde ich also zukünftig – so wie heute – vor dem Laufen mehr Kohlenhydrate essen. Das sei einem vielleicht auch gegönnt, wenn man 800 Kalorien verbrannt hat. Es müssen eben „gute“ Kohlenhydrate sein: Vollkornprodukte.

Zu meinem Unglück – jenes, dass ich eigentlich nicht weiß, was ich denn jetzt ernährungstechnisch am besten mache, was der beste Weg ist, um fit zu bleiben/fitter zu werden und ein paar Kilo zu verlieren – kommt hinzu, dass meine Low-Carb-Idee mit viel Laufen gestern durch einen Blog-Artikel torpediert wurde. Ich habe ja schon grundsätzlich das Problem, dass ich die Lust am Laufen und am gesunden Essen verliere, wenn ich zu viel lese. Vor allem zu viele verschiedene Theorien, Ansätze, Ideen. Das macht mich ganz wuschig und dann weiß ich gar nichts mehr und möchte am liebsten ins Nutella-Glas steigen.

Zurück zu erwähntem Blog-Eintrag. Das ist dieser hier. Der Mann sagt, dass Frauen durch das Laufen nicht immer abnehmen werden oder können. Das hat wohl hormonelle Gründe und je mehr Frau läuft, desto mehr fährt der Körper die Verbrennung runter. Die Folge: Gewichtszunahme. Seine These: Nur Krafttraining macht schlank. Da ist sicherlich was dran, denn auch ich habe gelernt, dass Laufen allein ohne gleichzeitiges Krafttraining des Rumpfes nicht genug Fett verbrennt. Denn die Muskeln verbrennen ja immerhin das Fett und wenn man keine Muskeln hat, kann man auch kein Fett verbrennen. Dennoch hat mich das für eine Minute demotiviert. Da wollte ich schon wieder hinschmeißen, bis ich dachte: „Aber mir macht Laufen gerade einfach sehr viel Spaß! Ich bleibe dran!“ Stattdessen baue ich ab und an wohl wieder mehr Kohlenhydrate in den Tag ein, denn dauerhafter Hunger ist kein Spaß. Allerdings werde ich auf jeden Fall immer und täglich ab 16 Uhr auf Kohlenhydrate verzichten und hoffen, dass das ein paar Kilos wegbrennt.

Ernährungsumstellung – und wie geht’s weiter?

Vergeblich wartete ich ja gestern auf die Wirkung des Glauber-Salzes. Als ich nach knapp sieben Stunden die Hoffnung aufgegeben hatte und mir vor lauter Hunger-Bauchschmerz etwas Naturjoghur mit einem halben Apfel gegönnt habe, fing es zwar an zu grummeln, aber an mehr glaubte ich nicht mehr. Um mir zu überlegen, wie es essenstechnisch nun weitergehen könnte, dachte ich, ich fahre mal eben in die Stadt und besorge mir Literatur. Gesagt, getan. 20 Minuten später stehe ich also in der Buchhandlung und suche ein Buch – da kündigt sich der Erfolg des Glauber-Salzes doch noch an. Mit Schweißperlen auf der Oberlippe und zwei Büchern in der Hand (eins zum Thema No-Carb, dazu aber später mehr) suchte ich schnellstens den Weg zur Kasse und dann gab es nur noch einen Weg – heim. Und zwar so schnell wie möglich. Die Wirkung des Salzes trat also ein, allerdings mit einiger Verspätung. Dementsprechend verlief dann mein Abend, auch immer noch von den Überlegungen begleitet, wie es jetzt weitergeht.

Noch vor meinem Buchhandlungs-Besuch wusste ich, dass ich Rezepte brauche, einen festen Plan, an dem ich mich abarbeiten kann, um eine No-Carb-Umstellung durchzuziehen. Dementsprechend kaufte ich auch das Buch. Heute Morgen war das dann aber schon wieder nicht mehr das Richtige. Hin und her habe ich überlegt, aber eine mich zufriedenstellende Lösung schien es nicht zu geben. Frühstück gab es also erst mal nach Rezept aus dem Buch: Rührei mit Tomate.

Der gestrige Tag steckt mir jedenfalls auch jetzt – um 18 Uhr – noch in den Knochen. Dennoch habe ich es durchgehalten und heute keine Kohlehydrate zu mir genommen. Stattdessen habe ich es aber mit dem Sport etwas übertrieben. Nach einem schwächenden Tag wie gestern und am ersten Tag einer neuen Ernährung war das keine pralle Idee. Immerhin sieben Kilometer konnte ich aber laufen, dann ging nix mehr.

Und danach wieder die Frage: Was esse ich heute und in Zukunft? Gar keine Kohlehydrate? Wenig Kohlenhydrate? Oder doch so wie seit Februar auch und ich verzichte aber auf Softdrinks, Süßigkeiten und achte mehr darauf, auch Kartoffeln, Reis und Nudeln wegzulassen? Schaffe ich das überhaupt ohne Brot? Wieso überhaupt kein Brot essen? Wir sind doch DIE Brotnation. Es gibt nirgends besseres Brot als in Deutschland und darauf soll ich dann auch noch verzichten? Hin und her ging es in meinem Kopf. So lange, dass ich bis zum Mittagessen immer noch keine brauchbare Entscheidung getroffen hatte und mich erneut am Buch orientierte und bei der kohlehydratlosen Ernährung blieb: Es gab Lachs mit Gemüse. Womit wir beim nächsten Punkt wären: Ernährung ohne Kohlehydrate ohne Fleisch und Fisch. Das wäre mir am liebsten. Geht aber kaum. Ich habe mich daher entschieden, zumindest wieder Fisch zu essen. Auf keinen Fall essen werde ich indes Schwein oder Geflügel. Hier müsste ich also wieder ausweichen. Hin und her und her und hin überlegt habe ich mich jetzt entschieden, den Tag heute kohlehydratfrei zu beenden und mir ab morgen zum Frühstück Kohlehydrate in Form einer Scheibe Brot oder eines Joghurts mit frischem Obst und Haferflocken (oh ja, Joghurt hat Kohlehydrate, und wie, erst recht der fettarme Naturjoghurt, aus dem Buch gelernt) zu gönnen und dann im Laufe des Tages darauf zu verzichten. Ich werde berichten, ob das funktioniert.

Noch zum Buch: Es handelt sich um einen Ratgeber von „Fitness-Papst“ Dr. Ulrich Strunz zum Thema No-Carb und Low-Carb. Er sagt, der Mensch braucht überhaupt keine Kohlehydrate, wenn er nicht gerade Leistungssport macht. Und er hat eine wunderbare Liste im Buch, die Aufschluss gibt, welche Lebensmittel man überhaupt meiden soll, wenn man nach diesem Motto lebt. „Wieso macht die Tomate dick?“, heißt es. Ganz empfehlenswert für Leute, die sich mit Ernährung beschäftigen. Aber im Grunde auch nichts Neues. Ich bin also so klug als wie zuvor.

Heilfasten, 1. Fastentag

Hungrig, sehr hungrig bin ich aufgewacht und habe – noch im Bett liegend – bereits ein Knäckebrot mit Nutella verspeist. Da Träumen bekanntlich nicht satt macht, stand ich also auch hungrig auf. Zum Frühstück am ersten Fastentag gab es heute eine Tasse Pfefferminztee – gefolgt von einem halben Liter Wasser, in dem ich 28 Gramm Glauber-Salz aufgelöst habe (man muss ja am ersten Fastentag abführen und das soll es tun). Ich weiß nicht, ob ich im Leben schon mal so etwas Ekelhaftes wie DAS getrunken habe. Nein, nicht der Tee. Der halbe Liter Salzwasser! Beim zweiten 250ml-Glas habe ich mich gefragt, ob das wirklich ein Abführ- oder nicht doch eher ein Brechmittel ist. Selbst jetzt noch wird mir beim Gedanken daran speiübel. Nicht mal Nase zuhalten hat geholfen, um das Salz nicht zu schmecken. Das kostet wirklich Überwindung und ist kein Spaß.

Die erhoffte Wirkung setzt allerdings nicht ein. Kein Durchfall, kein Abführen, kein Heilfasten. Ich bin gerade noch etwas ratlos, wie es jetzt weitergehen soll. Ich habe dazu Bauchschmerzen (fühlt sich eindeutig nach einer riesigen Luftblase an) und Hunger. Experiment beenden?

Heilfasten – Einstimmungstag

Nach einer Woche Schweden und diversen Plünderungsaktionen an den Selbstbedienungs-Süßigkeits-Theken in den schwedischen Supermärkten war mir noch während des Urlaubs klar: Irgendetwas muss sich ändern. Erst mal zwei Fotos zu diesen „Theken“. Links mit Nüssen und schokolierten Nüssen und rechts die Gummibären-in-allen-Variationen-Auswahl.

Bild 481

Bild 482

Nachdem ich also wahllos eine Woche lang alles in mich hineingestopft hatte (darunter auch die endgenialen Käsebällchen, voll mit Farbstoffen und Chemie), dachte ich über eine Idee nach, auf die mich meine Schwägerin schon vor einer Weile mal gebracht hatte: Heilfasten. Vor ein paar Wochen habe ich das noch kategorisch abgelehnt, da ich Hunger nicht mag und gerne esse (sieht man ja auch) und nicht auf Essen verzichten möchte. Doch nun hat es irgendwie „Klick“ gemacht und da ich noch eine Woche Urlaub habe, möchte ich es einfach mal probieren. 7 Tage nur Flüssigkeit, keine feste Nahrung.

So ist heute (ein Tag nach der Rückkehr aus dem Urlaub) auch schon mein erster Tag – der Einstimmungstag. Das bedeutet: Schonkost, wenig essen, viel trinken. Mein Tag begann mit einem Quark mit Obst. Eine kleine Schüssel.Mit einer Nektarine und Haferflocken.

Anhang 1

Dazu Kräutertee. Es hat zwar geschmeckt, hat aber nicht lange vorgehalten. Etwa zwei Stunden nach dieser Schüssel Obstquark hatte ich schon wieder Hunger und habe mir mit einer weiteren Kanne Tee und einem halben Apfel beholfen. Ich hoffe ja noch, dass ich in den vergangenen sieben Tagen einfach so viel durcheinander in mich reingestopft habe, dass mein Körper auch die Zeit braucht, sich jetzt auf weniger Essen (und gesünderes) umzustellen. Dennoch: Ich habe Hunger und überlege, ob ich das jetzt wirklich eine Woche lang durchziehen will. Zwischenzeitlich habe ich mir eine Gemüsebrühe gemacht und eine Kanne Fenchel-Anis-Tee aufgesetzt. Nun ist es kurz nach 13 Uhr und gleich gibt es Reis mit gedünstetem Gemüse – Schonkost eben. Und heute Abend werde ich mir noch meine eigene, frische Gemüsesuppe kochen, diese heute noch mit Gemüsestückchen darin essen und ab morgen nur noch die Brühe trinken. Ich bin gespannt, ob und wie ich durchhalte und wann das Hungergefühl mich verlässt.

Ich orientiere mich übrigens an dem 12-Tage-Fastenprogramm der Brigitte.