Darm 2.0: Tage 28, 29, 30, 31

Wie man merken dürfte, geht mir ein bisschen der Elan beim Bloggen flöten. Ich habe allerdings auch ein für mich anstrengendes Wochenende hinter mir und hatte gar keine Lust, irgendetwas aufzuschreiben. Da es auch heute noch nicht wesentlich besser ist mit der Lust, kommt hier nur ein kurzer Abriss der letzten drei und des heutigen Tages.

Am Freitag hatte mein Vater Geburtstag. Ein Essen beim Lieblingsitaliener stand also an. Für mich war klar, dass ich auf jeden Fall etwas essen würde, da ich es als unhöflich erachte, bei einer Geburtstagsfeier nichts zu essen. Ich studierte also die Karte sehr intensiv und kam zum Entschluss, dass es ohne einige Modifikationen nicht funktionieren würde. Im Endeffekt bestellte ich Putenbrust vom Grill und dazu einen kleinen Salat. Die Kroketten, die Rahmsoße und das warme Gemüse mussten weichen. Das funktionierte wunderbar, auch wenn der Salat viel zu groß war. Das Fleisch war letztlich auch zu viel, aber das musste irgendwie rein. Hinterher war ich viel zu satt, ein bisschen schlecht ging es mir auch. Aber es hat gezeigt: Wenn man will, bekommt man auch beim Italiener fett- und kohlehydratarm. Allerdings, wenn man die Bilder anschaut und sieht, wie das Essen glänzt: Zu fettig ist es trotzdem gewesen.

 

Am Samstag ging es mir dann weder körperlich noch mental gut. Ich habe nach dem Frühstück zwei Stunden geschlafen, nach dem Mittagessen zwei Stunden geschlafen und dann das Abendessen irgendwie ausgelassen, weil mir nicht danach war. Abends hatte ich meinen Sci-Fi-Stammtisch in einem Burgerladen und entschied mich heute dafür, nichts zu bestellen. So hielt ich mich dann den gesamten Abend an einer großen Flasche Wasser (0,75 Liter) und einem Grünen Tee fest. Außerdem habe ich einem Bekannten eine Süßkartoffel-Pommes vom Teller stibitzt. Das war es. Mir war aber auch einfach überhaupt nicht nach Nahrungsaufnahme. Wenn der Kopf arbeitet.

Das setzte sich dann leider auch am Sonntag fort. Der Morgen begann mit einem Shake. Nachdem ich diesen getrunken hatte, war mir fast umgehend schlecht. Für mich das unbedingte Zeichen, dass es Zeit wird, diese Shakes einfach nicht mehr zu trinken. Ich habe dann für mich auch beschlossen, sie nicht mehr zu trinken. Es wären jetzt ohnehin nur noch zwei Stück gewesen. Da mich über Tag auch noch starker Durchfall einholte, ließ ich erneut das Abendessen weg. Mir war erst einmal so gar nicht nach essen zumute. Bis später. Weder mental noch körperlich. Vielleicht kennt ihr das: Wenn man grübelt und grübelt, schlägt es auf irgendwas. Bei mir war es der Darm. Irgendwann war es mir dann doch zu doof und ich habe mich nachmittags mit einer Freundin getroffen und mein Fasten gebrochen; jedenfalls ein bisschen. Ich fand, es war an der Zeit, sich was zu gönnen. Und wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, hatte ich die 28 Tage am Freitagabend ja auch schon beendet. Wir trafen uns also und gingen essen. Allerdings blieb ich wirklich verhalten bei meiner Bestellung und aß zwei Spiegeleier mit Salat und einer Handvoll Bratkartoffeln mit Speck. Alles außer Bratkartoffeln war okay. Aber das musste sein. Und jetzt fange ich langsam an, wieder normal zu essen. Außerdem hatte ich gestern dann kein Abendessen und habe bis heute Morgen gefastet: 16,5 Stunden lang. Nachmittags kam der zweite Durchfall-Schub; ich schiebe es inzwischen mehr auf emotionalen Stress als auf das Essen. Aber wer weiß das schon? Mir ging es jedenfalls zwei Tage lang richtig dreckig. Körperlich, mental, emotional.

Heute Morgen, Tag 30 oder Tag 27, durfte ich dann wieder frühstücken. Doch heute bin ich erstmals komplett vom Plan abgewichen. Meine Kollegin ist inzwischen ja so vom Brotbacken angefixt, dass wir uns jetzt abwechseln und jeder jede Woche ein Brot für die Bürowoche mitbringt. Sie hat sich von ihrem Freund aus Italien Kastanienmehl mitbringen lassen und Kastanienbrot gebacken, das wirklich sehr sehr lecker schmeckt. Darauf hatte ich einen Teelöffel Fruchtaufstrich, der mit Agaven-Dicksaft gesüßt ist. Ich bin nach EINER Scheibe, die so groß ist wie ein Stück Kuchen aus einer Kastenform, pappsatt. So klein ist mein Magen geworden. Aber der Coach hat mir eben per Whatsapp „versprochen“, dass sich das recht schnell wieder ändert. So wäre es ja auch kein Genuss irgendwie.

Außerdem ging es heute auf die Waage. Vermutlich dadurch, dass ich zweimal kein Abendessen hatte, war das Ergebnis fast schon erschreckend für mich. Ich habe in der letzten Woche noch einmal fast 2 Kilo abgenommen, es sind also jetzt nach fast vier Wochen 8,7 Kilo. Ich war derart erschrocken darüber, dass ich erst recht beschloss, heute aufzuhören und mich langsam umzustellen. Mir reicht es, mehr soll es nicht sein. Es sind jetzt 63,7 Kilo nach vier Wochen. Noch 1,7 Kilo weniger und ich bin am Ziel. 62 Kilo auf 1,69 Meter klingen doch machbar und gesund?!

Morgen werde ich übrigens noch ein letztes Mal vermessen, darüber werde ich sicher noch einmal bloggen und dann aber nicht mehr täglich, sondern ab und an mal, wie die Umstellung läuft, wie der Alltag aussieht, was sich wirklich nachhaltig verändert hat und was mein Magen so treibt.

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Darm 2.0: Tag 27

Ich möchte einen meiner Sinne umbenennen. Oder einen hinzufügen. Ich nenne ihn den knusponischen Sinn. Das ist der, der ein wohliges Gefühl in mir macht, wenn ich Dinge esse, die knuspern. Heute, am 27. Tag ohne knusperndes Essen, esse ich eine Scheibe Bio-Dinkel-Quinoa-Amaranth-Knäckebrot von Rewe. Zum Frühstück. Mit einer selbstgemachten Weiße-Bohnen-Creme. Nach dem ersten Bissen bin ich irgendwie gerührt. „Ich heule gleich“, sage ich zu meiner Kollegin. Allein das Geräusch des knackenden Knäckebrotes in meinem Mund macht mich so glücklich, dass ich heute eigentlich nichts anderes mehr essen will. Eine Scheibe (104 Kalorien) ist natürlich echt wenig. Lange satt bin ich nicht. Meine Weiße-Bohnen-Creme ist auch nicht exakt nach Rezept gemacht, ich habe etwas variiert und Rucola reingemixt, außerdem einen Rest Ziegenfrischkäse und etwas Quark. Sie ist trotz dieser eher fest klingenden Zutaten sehr flüssig geraten. Ich soll eigentlich 50 Gramm davon essen, aber das schaffe ich gar nicht. Stattdessen gibt es mehr Radieschen.

Ich merke heute außerdem, dass meine Haut irgendwie schlechter wird. Diese kleinen Pickelchen bleiben zwar nach wie vor weg, aber dafür habe ich ein paar dicke Brummer an Nase und Schläfe.

Auch ganz faszinierend: Dadurch, dass ich derzeit nur noch einen Shake am Tag trinke, kann ich es fast ertragen, das Zeug runterzukippen. Interessanterweise sättigt es mich teilweise sogar mehr als eine der Mahlzeiten. Ich weiß nicht, ob das so sein soll oder ob das überhaupt gesund ist. Aber es ist so. Ich könnte mir vorstellen, künftig abends statt einer Mahlzeit einfach einen Shake zu trinken. Ist natürlich schwierig, wenn man das Pulver dafür aufwändig und teuer bestellen muss.

Mittags esse ich den Rest meiner Schüssel Chili con Vegi. Schmeckt gut, sättigt, aber eben auch nur drei Stunden, wie alles.

Am späten Nachmittag treffe ich dann im Fitnessstudio eine Dame, mit der ich etwas länger ins Gespräch komme. Sie fragt, ob ich denn endlich keinen Hunger mehr habe. Doch, den habe ich. Den hatte ich immer, habe ihn immer noch. Dieser Punkt, an dem man drüber hinweg ist, habe ich nie erreicht. Vielleicht hat das was damit zu tun, dass mein Darm nie leer war? Weil das mit dem Passage-Salz ja nicht geklappt hat? Ich weiß es nicht. Aber ich hatte in vier Wochen weder dieses krasse Hochgefühl noch einen Tag ohne Hunger. Es gab nur diesen einen Abend gleich am Anfang, an dem ich dachte, ich sei auf Drogen. Aber das war sicher nur die Freude meines Körpers über den Zucker-Entzug.

Immerhin: Ich habe eine Kollegin so vom Brotbacken überzeugt, dass wir uns jetzt abwechseln und jeder immer für eine Woche selbstgebackenes Brot mitbringt. Wir wollen nichts mehr kaufen, weil wir es eigentlich ziemlich schrecklich finden, dass man so gar nicht weiß, was da alles drin ist. Heute ist sie so überzeugt von diesem Thema, dass sie am Abend gleich in die Küche geht und dort ein Dinkel-Maismehl-Brot backt. Es gelingt, es sieht toll aus und schmeckt offenbar auch richtig gut. Ich werde wohl ein Minieckchen probieren, aber richtig Brot essen geht natürlich erst wieder ab Mittwoch. Und auch dann wird es nur eine Scheibe am Tag sein. Direkt morgens.

Was ich übrigens auch beibehalten will: die langen Pausen zwischen den Mahlzeiten. Vier bis sechs Stunden müssen es sein. Irgendwie bekommt mir das, angeblich soll das ja auch dazu führen, dass der Körper dann auch Fett verbrennt in den Ess-Pausen. So fühlt es sich für mich auch an. Ich hoffe ja auch stark, dass mit zunehmender Kalorienzahl das Hungergefühl nicht direkt nach drei Stunden einsetzt. Das wäre nun auch kein schönes Leben.

Zum Sport geht es heute auch: 48 Minuten Crosstrainer mit dem Slimbelly-Gürtel, danach 45 Minuten Langhantel-Training, das es in sich hat. Den Muskelkater spüre ich schon, da ist der Kurs noch gar nicht vorbei. Wer noch nie Langhantel-Training probiert hat: Ich kann es nur wärmstens empfehlen, das macht einfach richtig Spaß.

Darm 2.0: Tag 26

Das ist also der Endspurt. Die letzte Woche hat begonnen. Tag 26 mit Ernährungsumstellung, Tag 22 im Healthy-Balance-Programm. Heute darf ich zweimal Essen, mittags und abends. Für das Mittagessen habe ich Chili con Vegi vorgekocht, abends gibt es Räucherlachs mit Fenchel und Birne. Inzwischen bin ich irgendwie im Fluss. Das Kochen klappt, das Essen schmeckt, der Hunger ist eine Randnotiz, die Waage mag mich, mein Darm ist froh, meine Haut auch. Meine Laune könnte eventuell besser sein, aber vielleicht ist das so in einem Leben ohne Zucker. Vielleicht ist es auch das PMS.

Die Frage, die mich derzeit ein bisschen umtreibt, ist die, wie es nach diesem Programm für mich weitergeht. Kalorien zählen? Ist das mein Rezept? Will ich das mein Leben lang? Werde ich es irgendwann einfach gut schätzen können oder wissen, wie viel ich da gerade esse? Wird es mir gelingen, dauerhaft auf Weizen zu verzichten? Zumindest wie geplant unter der Woche im Büro? Und der Zucker? Fünf Tage ohne Süßes, am Wochenende dann hier und da mal was gönnen. Werde ich sofort alles wieder zunehmen oder kann ich das Gewicht halten? Es ist eine Reise ins Ungewisse, aber ich kann definitiv sagen, dass mir diese Erfahrung gut getan hat; und meinem Körper selbstverständlich auch. Auch wenn der Weg steinig und von sehr viel Hunger geprägt war.

Ich habe für mich immerhin gelernt, dass Vorkochen am Abend vorher schneller geht, als ich es in meinen Schauervorstellungen überlegt hatte. Meistens stand ich nicht länger als 15 Minuten am Herd, dann war das Mittagessen fürs Büro fertig. Was mir künftig eher schwerfallen wird, ist, dass ich mir abends schon Gedanken machen muss, was ich am kommenden Tag essen will. Darin bin ich kein Meister, lasse mich eigentlich gern treiben und entscheide mittags spontan. Hier muss ich definitiv umlernen und umdenken. Das wird sehr spannend.

Heute, an Tag 26, war ich das erste Mal seit einer Woche wieder beim Sport, was erstaunlich gut ging. 50 Minuten Crosser waren okay, am Ende ein bisschen anstrengend. Die Geräte liefen super, das fühlte sich besser an als letzte Woche. Vielleicht war die Pause gar nicht so schlecht, auch wenn ich dadurch vielleicht 500 Gramm weniger abgenommen habe, als möglich gewesen wäre.

Tja, viele Fragen, noch keine Antworten. Die Zeit wird es zeigen. Entschlossen bin ich jedenfalls, aber am Ende heißt das ja nichts. Eine Frustphase und schon wird wieder gefressen, fürchte ich.

Darm 2.0: Tag 24 und 25

Ist das schon Tag 24? Ehrlich? Könnte ich wirklich theoreeeetisch am Freitagabend aufhören und fertig sein? Wahnsinn. Bei all den Qualen, die ich zwischenzeitlich an Hunger, schlechter Laune und Hunger, erwähnte ich Hunger?, erlitten habe, kommt es mir vor, als ginge es jetzt doch verdammt schnell. Ich weiß auch gar nicht, wieso ich mich so anstelle, es ist ja NUR Essen. Aber das ist eben das Problem. Die ganzen Nahrungsmittel bedeuten im Endeffekt nichts mehr. Alles ist jederzeit verfügbar. Wenn ich Döner will, hole ich ihn. Wenn ich Schokolade mit Trauben-Nuss will, kaufe ich sie. Das macht alles furchtbar beliebig. Ich habe Essen jedenfalls wieder schätzen gelernt. Wertschätzen gelernt.

Und natürlich freue ich mich auf den Mittwoch in einer Woche, wenn es dann wirklich und endlich vorbei ist.

Ganz spannend für mich ist, dass ich jede Woche weniger abnehme. Nach den 3,2 Kilo in Woche eins und den 2 Kilo in Woche 2 waren es in der vergangenen Woche „nur noch“ 1,5 Kilo. Obwohl ich genauso meine Shakes getrunken und mein Essen gegessen habe. Ich glaube, die Kalorienzahl ist immer noch genauso niedrig wie in den ersten beiden Wochen gewesen und wird erst jetzt in Woche vier leicht erhöht. Immerhin, die Waage war mir ja hold. Und nun sind fast 7 Kilo weg. Ich bin zufrieden. Ist einfach nur eine Frage, die sich mir gerade heute gestellt hat. Woran liegt das? In der vergangenen Woche konnte ich allerdings auch aus beruflichen Gründen nur einmal statt dreimal Sport machen. Damit habe ich weniger verbrannt. Vielleicht macht das schon die 500 Gramm weniger Abnahme als in Woche 2 aus. Die erste Woche zählt ohnehin nicht, da ich da sicher viel Wasser verloren habe.

Nun denn: Heute – Dienstag, Tag 25 – darf ich frühstücken und Mittagessen. Morgens esse ich Hirse, die leider nicht so weich ist, wie ich sie gerne gehabt hätte. Ich habe Hirse hier, aber andere Hirse für ein anderes Rezept. Und das ist auch mein Hauptkritikpunkt am Healthy-Balance-Programm: Für jedes Rezept braucht man andere, nicht gerade billige Zutaten. Ich gebe zu, dass ich schon hier und da improvisiert habe. Ich kann nicht mal eben das Reformhaus überfallen und alles mitnehmen, was ich brauche.

Es gilt aber auch für frische Lebensmittel. Heute beispielsweise esse ich Hühnerbrust auf Rucola. Ich soll 100 Gramm Rucola essen, in der Packung sind aber leider 125 Gramm. Ich halte mich natürlich an mein Rezept und esse nur 100, aber was mache ich denn jetzt mit dem Rest? Für das gleiche Essen reicht es nicht mehr, aber es ist auch zu schade, es wegzuwerfen. Genau das Problem hatte ich auch mit Ziegenkäse. Den gibt es leider abgepackt nur in groß. Ich darf aber eigentlich nie mehr als 30 Gramm essen. Und nun haltet mal den Ziegenkäse drei Wochen lang frisch. Das ist unmöglich und nicht praktikabel. Mein Tipp an die Macher dieses Programms wäre daher: Passt doch irgendwie die Mengen eines Rezepts an die Mengen an, die man auch kaufen kann. Wenigstens bei Obst und Gemüse. Ich habe gestern beispielsweise Chili con Vegi gekocht und jetzt eine angebrochene Dose rote Bohnen, eine angebrochene Dose gewürfelte Tomaten und jede Menge anderen Kram im Kühlschrank rumstehen. Natürlich koche ich es jetzt einfach noch mal für die Woche, aber es ist auf Dauer natürlich eintönig. Ich will doch nicht die ganze Woche Chili essen, weil das Zeug sonst schlecht wird.

Was mir auch erheblich fehlt, ist eine Kalorienangabe bei den Rezepten. Denn ich sehe mich jetzt schon vor dem großen Problem in einer Woche, dass ich die Rezepte vielleicht gerne nachkochen würde, aber die Mengen leicht erhöhen möchte, aber vielleicht gar keine Lust habe, jede Kalorie einzeln nachzuzählen. Wüsste ich jetzt schon, dass das Hühnchen auf Rucola-Tomatenbett 300 Kalorien hat, würde ich einfach nur noch mehr Käse draufhauen und den einzeln nachberechnen. So muss ich dann jetzt doch jedes einzelne Gericht Zutat für Zutat in mein Programm eintragen. Und ja, ich bin ein bisschen faul, deshalb ist das Eintragen letztes Jahr auch wieder eingeschlafen.

Nicht wundern übrigens, dass ich hier die Tage jetzt zusammenfasse. Mir fehlten an diesem langen Wochenende ein bisschen Zeit und auch die Struktur, im Schreibplan zu bleiben.

Darm 2.0: Tage 21, 22, 23

Da ich vergangenes Wochenende nicht zu Hause war und keine Lust habe, jeden Tag einzeln nachzutragen, kommt hier ein Beitrag für das gesamte Wochenende. Es begann am Freitag mit der Heimfahrt von der Tagung in Hannover.

Ich hatte ja das überhaupt nicht gut verträgliche Vollpulver-Ei-Rührei im Hotel, etwas Fisch und Gemüse gegessen. Ich muss sagen, trotz kleiner Durchfall-Attacke, dass mich das Essen sehr lange satt gehalten hat. Ich war wirklich bis etwa 12 Uhr gut gesättigt. Da ich dann im Anschluss im Auto saß, habe ich die Zeit von sechs Stunden mal wieder deutlich überschritten, denn den ersten Shake des Tages gab es erst gegen 15 Uhr.

Was an diesem Wochenende auch nicht gut geklappt hat: 2,5 Liter oder mehr trinken. Das ging einfach nicht. Ich habe es mit Tee wirklich versucht, aber es war ein hoffnungsloses Unterfangen.

Essenstechnisch war ich einigermaßen vorbereitet. Ich hatte vorher die Freunde, bei denen ich war, geimpft, all meine Pulver, Milch und Äpfel eingepackt sowie eine Mango für das Frühstück am Samstag. Da sollte es eine Mango“creme“ mit Milch geben. Der Quark war leider mehr eine Suppe. Satt war ich zwar danach, aber nicht lang. Den restlichen Samstag gab es dann nur wieder Shakes, während große Verlockungen auf dem Tisch standen: neuer Wein, frischer Käse, leckeres frischgebackenes Brot. Alles nicht für mich.

Ich stelle gerade außerdem fest, dass ich eigentlich keinen zweiten Shake mehr brauche, wenn ich den Hunger am späten Nachmittag einmal übergangen habe. Ich trinke das Zeug natürlich trotzdem, allein wegen der Proteine, aber ich bräuchte es nicht mehr.

Nun ja, der Sonntag begann wieder mit einem Shake, mittags durfte ich dann richtig essen. Um es möglichst leicht für alle zu halten, hatte ich mich für eine Brokkolisuppe entschieden, die leider nicht sonderlich gut gelang, da ich diesmal für sieben Personen kochte und wieder mit den Mengen durcheinander kam. Naja..das war noch nicht das eigentliche Problem, sondern dass ich schon wieder nur flüssig aß.

Ich war nämlich nach der Suppe überhaupt nicht satt und beschloss, dass ich den Rest dieser Darmsanierung keine Suppen mehr koche, sondern mich auf die feste Nahrung beschränke. Schon gar nicht zwei Tage nacheinander. Das macht mich leider zum Zombie.

Am Sonntagabend wurden die von uns am Nachmittag gesammelten „Keschden“, Ess-Kastanien, über dem Lagerfeuer geröstet. Die Stimmung war toll, vielleicht hätte ich jetzt dann auch ein Glas neuen Wein getrunken, aber das ging natürlich nicht. Trotzdem habe ich die Regeln ein wenig gebogen, denn ich gönnte mir zwei der Maronen, trotz der Kohlenhydrate. Und die letzte Woche ist nun auch wirklich greifbar. Weit ist es nicht mehr.

Das Wiegen fiel am Montag übrigens aus, da ich erst am Nachmittag und mit gefülltem Magen nach Hause kam. Das wird am Dienstag nachgeholt. Aber über den Dienstag schreibe ich ja erst am Mittwoch. 🙂

Darm 2.0: Tag 20

Ich war ja schon an einigen Tagen der Meinung, dass es noch schlimmer als heute nicht kommen kann. Vor allem die Samstage waren die „schlimmsten“ dieses Programms. Heute jedoch bekommt „schlimm“ eine neue Superlative.

Die Voraussetzungen des Tages: Um 6 Uhr fahre ich mit zwei Kolleginnen drei Stunden lang nach Hannover, um dort ab 10 Uhr einer zweitägigen Tagung beizuwohnen. Außerdem sagt mein Ernährungsplan, dass ich an diesem Tag nur drei Shakes zu mir nehmen darf, keine feste Nahrung. Zunächst einmal finde ich das eigentlich perfekt, denn von dem bei der Tagung angebotenen Essen dürfte ich sowieso kaum bis gar nichts essen. Dennoch bedeutet es, ich muss all meine Pulver, meine Milch und mein Obst mitnehmen und mir zwischendurch, während alle ihr Essen in sich reingabeln, meinen Shake zurechtschütteln. Dementsprechend voll ist meine Reisetasche, an Klamotten ist natürlich kaum was drin.

Morgens mache ich mir einen Shake zum Mitnehmen. Diesen trinke ich dann auch wirklich erst gegen 7 Uhr. Bedeutet auch wieder: Spätestens um 13 Uhr muss der zweite Shake irgendwie ins System.

Schon gegen 10 Uhr quält mich der Hunger sehr. Ich trinke, trinke, trinke. Und ich bin derart müde, dass ich kaum die Augen offenhalten kann. Ich muss aber dazu sagen, dass ich letzte Nacht verdammt schlecht geschlafen habe.

Dann ist Kaffeepause. Ich mache mir einen Grünen Tee. Auf den Tischen stehen Kekse. Kekse machen mich zum Glück gar nicht an, doch jetzt gerade würde ich auch einen Keks nehmen. Der Hunger wird dann so groß, dass ich ein paar Nüsse essen muss, meine Notfallmahlzeit, die ich essen darf. Ich glaube, der Hunger ist auch deshalb so groß, weil ich ab dieser Woche weniger Pulver in die Milch rühre: also noch weniger Kalorien.

Beim Mittagessen dann die skurrilste Szene des Tages: Ich stehe an einem Bistrotisch, schütte alle meine Ingredienzen zusammen, dann stellt sich ein Herr mit vollem Teller neben mich und fragt. was das sei. Als das Wort Darmsanierung fällt, ich bin da ja sehr offen, ist er still und redet auch nicht mehr. Ich wünsche ihm trotzdem noch einen guten Appetit. Nutzt ja nichts. Irgendwie ist es eine kleine Sauerei, einen halben Smoothie, Mandelmilch und Pulver in einen Shaker zu füllen und kein Wasser zum Wischen dabei zu haben. Tapfer trinke ich meinen Shake, während alle anderen sich Nudelsalat, gefüllte Paprika und Häppchen einverleiben.

Danach bin ich auch wirklich erst einmal satt. Der nächste Schock in der nächsten Kaffeepause: Es gibt Mohnkuchen! Für Mohnkuchen würde ich jetzt sofort einen Mord begehen. Es ist der Moment, in dem meine Laune an diesem Tag endgültig kippt. Ich will diesen Scheiß nicht mehr machen. Die Shakes gehen mir wirklich auf den Sack, ich bin endgenervt, ich will meine Ruhe und sofort feste Nahrung. Tapfer trinke ich noch einen Grünen Tee und schmolle vor mich hin.

Nach dem ersten Seminartag laufe ich insgesamt noch zehn Kilometer durch Hannover; wenn man schon mal da ist… übrigens eine sehr schöne Stadt. Ihr glaubt nicht, an wie vielen Restaurants, Bäckereien, Bistros, Cafés ich vorbeikomme. Und jedes Mal denke ich heute: Ich geh da jetzt rein und bestelle was. Ich geh da jetzt rein und bestelle was.

Die Laune ist wirklich bei Null, sorry to say. Natürlich gehe ich nirgends rein, natürlich bestelle ich auch nichts.

Zurück im Hotel geht es dann auch wieder. Ich mixe mir den letzten Shake des Abends und würge ihn irgendwie runter. Nein, das Zeug schmeckt jetzt einfach nicht mehr. Ich freue mich auf das Frühstück, denn frühstücken darf ich am kommenden Tag.

Ich nehme aber schon mal etwas von Tag 21 vorweg, wenn ich sage, dass das Hotelrührei natürlich nicht nur aus Ei, sondern sicherlich zugesetzt mit Vollei, besteht. Davon esse ich dann leider nicht nur zu viel, sondern überhaupt etwas. Mein Körper bestraft mich nach nicht mal einer Stunde mit einer kleinen Durchfallattacke. Er kann diesen Fertigfraß offenbar nicht mehr gut verdauen. Das ist jetzt endgültig MEIN Zeichen, die Finger davon zu lassen. Ich esse ansonsten noch Paprika, Gurke, Tomate, ein bisschen Lachs und ein Ministück Forelle. Danach ist mir schlecht: mit Sicherheit vom Fertig-Rührei. Gekochtes Ei wäre eventuell die bessere Idee gewesen, hinterher ist man eben immer schlauer. Jedenfalls ist mir jetzt so übel, dass ich wieder neuen Mut habe, dieses Programm wirklich durchzuziehen und danach die Ernährung genau so zu lassen, wie sie jetzt ist: weniger, Frisches, kein Fertigfraß mehr. Ich vertrage es ja offenbar auch nicht mehr…

Darm 2.0: Tag 19

Heute darf ich richtig viel essen: Frühstück und Mittagessen. Ich esse insgesamt so viele Pilze wie seit Wochen nicht zusammen. Aber ich bin die meiste Zeit dann auch wirklich und richtig satt. Das ist natürlich eine befriedigende Erfahrung. Vor allem vor dem Hintergrund, dass morgen noch einmal ein kompletter Shaketag ansteht.

Nur auf mein Hoch warte ich immer noch. Kommt nicht. Heute bin ich sogar richtig, richtig müde. So müde, dass ich zum ersten Mal den Sport ausfallen lasse. Ich habe gar keine Lust, gar keine Energie und mein Schweinehund siegt heute. Ich kann einfach nicht und ich will einfach auch nicht. Also lasse ich es.

Dass ich morgen den ganzen Tag nur Shakes habe, ist eigentlich gut, da ich den ganzen Tag in Hannover auf einer Tagung bin. Kochen ist unmöglich und Sachen vom Buffet essen, bei denen ich nicht weiß, was drin ist, leider auch ein No-Go. Also Shakes.

Aber heute passiert sonst tatsächlich weiter gar nichts. Mir geht es einigermaßen gut, ich habe zwei Mahlzeiten, von denen mich die mittägliche besonders erstaunt. Denn mein Teller ist voll bis oben hin mit Gemüse und 100 Gramm Putenbrust. Und der ganze Teller hat schlappe 250 Kalorien. Das ist irre. Ich bin dann auch baff darüber, wie satt ich bin. Und wie lange ich das dann auch bin.

Obwohl ich so lange satt bin, überkommen mich Gelüste: Heute denke ich mit Herzchen in den Augen an Pizza mit allem, Pasta, Toblerone, Burger mit Fritten. FRITTEN! Ich meine: POMMES FRITES. Herrje! Und Käsekuchen. Oh, wie gerne würde ich ein Stück Käsekuchen essen. Aber ich bleibe hart. Es ist ja nicht mehr lang. Mehr als die Hälfte ist rum. Also tapfer bleiben!