Darm 2.0: Tag 27

Ich möchte einen meiner Sinne umbenennen. Oder einen hinzufügen. Ich nenne ihn den knusponischen Sinn. Das ist der, der ein wohliges Gefühl in mir macht, wenn ich Dinge esse, die knuspern. Heute, am 27. Tag ohne knusperndes Essen, esse ich eine Scheibe Bio-Dinkel-Quinoa-Amaranth-Knäckebrot von Rewe. Zum Frühstück. Mit einer selbstgemachten Weiße-Bohnen-Creme. Nach dem ersten Bissen bin ich irgendwie gerührt. „Ich heule gleich“, sage ich zu meiner Kollegin. Allein das Geräusch des knackenden Knäckebrotes in meinem Mund macht mich so glücklich, dass ich heute eigentlich nichts anderes mehr essen will. Eine Scheibe (104 Kalorien) ist natürlich echt wenig. Lange satt bin ich nicht. Meine Weiße-Bohnen-Creme ist auch nicht exakt nach Rezept gemacht, ich habe etwas variiert und Rucola reingemixt, außerdem einen Rest Ziegenfrischkäse und etwas Quark. Sie ist trotz dieser eher fest klingenden Zutaten sehr flüssig geraten. Ich soll eigentlich 50 Gramm davon essen, aber das schaffe ich gar nicht. Stattdessen gibt es mehr Radieschen.

Ich merke heute außerdem, dass meine Haut irgendwie schlechter wird. Diese kleinen Pickelchen bleiben zwar nach wie vor weg, aber dafür habe ich ein paar dicke Brummer an Nase und Schläfe.

Auch ganz faszinierend: Dadurch, dass ich derzeit nur noch einen Shake am Tag trinke, kann ich es fast ertragen, das Zeug runterzukippen. Interessanterweise sättigt es mich teilweise sogar mehr als eine der Mahlzeiten. Ich weiß nicht, ob das so sein soll oder ob das überhaupt gesund ist. Aber es ist so. Ich könnte mir vorstellen, künftig abends statt einer Mahlzeit einfach einen Shake zu trinken. Ist natürlich schwierig, wenn man das Pulver dafür aufwändig und teuer bestellen muss.

Mittags esse ich den Rest meiner Schüssel Chili con Vegi. Schmeckt gut, sättigt, aber eben auch nur drei Stunden, wie alles.

Am späten Nachmittag treffe ich dann im Fitnessstudio eine Dame, mit der ich etwas länger ins Gespräch komme. Sie fragt, ob ich denn endlich keinen Hunger mehr habe. Doch, den habe ich. Den hatte ich immer, habe ihn immer noch. Dieser Punkt, an dem man drüber hinweg ist, habe ich nie erreicht. Vielleicht hat das was damit zu tun, dass mein Darm nie leer war? Weil das mit dem Passage-Salz ja nicht geklappt hat? Ich weiß es nicht. Aber ich hatte in vier Wochen weder dieses krasse Hochgefühl noch einen Tag ohne Hunger. Es gab nur diesen einen Abend gleich am Anfang, an dem ich dachte, ich sei auf Drogen. Aber das war sicher nur die Freude meines Körpers über den Zucker-Entzug.

Immerhin: Ich habe eine Kollegin so vom Brotbacken überzeugt, dass wir uns jetzt abwechseln und jeder immer für eine Woche selbstgebackenes Brot mitbringt. Wir wollen nichts mehr kaufen, weil wir es eigentlich ziemlich schrecklich finden, dass man so gar nicht weiß, was da alles drin ist. Heute ist sie so überzeugt von diesem Thema, dass sie am Abend gleich in die Küche geht und dort ein Dinkel-Maismehl-Brot backt. Es gelingt, es sieht toll aus und schmeckt offenbar auch richtig gut. Ich werde wohl ein Minieckchen probieren, aber richtig Brot essen geht natürlich erst wieder ab Mittwoch. Und auch dann wird es nur eine Scheibe am Tag sein. Direkt morgens.

Was ich übrigens auch beibehalten will: die langen Pausen zwischen den Mahlzeiten. Vier bis sechs Stunden müssen es sein. Irgendwie bekommt mir das, angeblich soll das ja auch dazu führen, dass der Körper dann auch Fett verbrennt in den Ess-Pausen. So fühlt es sich für mich auch an. Ich hoffe ja auch stark, dass mit zunehmender Kalorienzahl das Hungergefühl nicht direkt nach drei Stunden einsetzt. Das wäre nun auch kein schönes Leben.

Zum Sport geht es heute auch: 48 Minuten Crosstrainer mit dem Slimbelly-Gürtel, danach 45 Minuten Langhantel-Training, das es in sich hat. Den Muskelkater spüre ich schon, da ist der Kurs noch gar nicht vorbei. Wer noch nie Langhantel-Training probiert hat: Ich kann es nur wärmstens empfehlen, das macht einfach richtig Spaß.

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