Darm 2.0: Tag 15

Oh, Tag 15. Bergfest, nein, eigentlich schon über den Berg. Ab heute geht es bergab. Etwas mehr als die Hälfte ist geschafft. Da hat man gute Laune, ne? Nicht so ich. Ich warte auf mein Hoch. Das kommt dann schon am frühen Morgen fast aus dem Magen, als ich meinen sehr leckeren Kohle-Aktiv-Pulver-Shake trinke. Mit dem reingemixten Apfel, so fällt mir beim Frühstück auf, sieht das Zeug wirklich aus wie Kotze. Es fühlt sich im Mund auch an wie Kotze. Es schmeckt außerdem ein bisschen wie, genau, Kotze. Als mir das so langsam klar wird, wird mir schlecht. Dauert gar nicht lang, nur so 30 Sekunden. Das hat zur Folge, dass ich dieses Ekelzeug kaum noch runterkriege. Jeder Schluck ist eine Qual. Ich bin so froh, wenn das vorbei ist! Das ist wirklich das Schlimmste an dieser Kur. Gegen Ende meines „Frühstücks“ habe ich die sagenhafte Idee, den Rest der Kotze in meinem Becher noch mit Wasser vom Boden zu lösen, damit auch ja nix verloren geht. Die Konsistenz nähert sich nun den sogenannten KotzBROCKEN. Es ist derart abartig, dass ich nicht schlucken kann und das Zeug eine halbe Minute im Mund hin- und herbewege und gegen den Brechreiz kämpfe.

So beginnt Tag 15. Genau, der, wo alles toll sein soll, weil es ab jetzt bergauf, äh, bergab geht. Auf das Stimmungs-Bergauf warte ich noch. Da kommt keins. Nein, ich habe keine überbordende Energie. Das Einzige, was sich heute einstellt, ist Hunger. Hunger, innere Unruhe und Herzrasen, sobald ich beginne, irgendeiner körperlich etwas anstrengenden Tätigkeit nachzugehen. Vermutlich zu viel Sport und zu wenig Wasser. Meine Laune ist im Keller.

Immerhin: Heute gibt es zwei Mahlzeiten. Ich entscheide mich mittags für das Süßkartoffel-Kichererbsen-Gratin. Danach bin ich dann tatsächlich sehr wach. So wach, dass ich, obwohl ich im Bett zum Mittagsschlaf liege, den ich morgens noch so sehr herbeigesehnt hatte, nicht schlafen kann.

Die Zeit bis zum Mittagessen ist die, in der ich kurz überlege, das Handtuch zu werfen. Spätestens dann, als ich bei Ikea an einer Pommesbude vorbeilaufe. Ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr, ich will nicht mehr. Ich bin müde, entnervt, angewidert. Ich frage mich, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Erst deshalb, weil ich diese Sache überhaupt mache. Dann deshalb, weil ich mit dem Gedanken spiele, aufzugeben. Jetzt, wo die Hälfte rum ist?! Das ist keine Option.

Ich erinnere mich daran, dass ich einige Erfahrungsvideos von Healthy-Balance-Kundinnen auf der Webseite von HB gesehen hatte. Alle berichteten davon, dass die zweite Woche die schlimmste gewesen sei – und bei weitem nicht die beste. Ich hole mir bei meinem Coach noch einmal die Rückversicherung, dass ich mich genau so schwach fühlen darf, wie ich mich fühle. Er meint, dass es nicht schlimm sei, aber eigentlich auch so nicht vorgesehen ist. Whatever, ich bin ja nicht jedermann.

Abends gibt es dann wieder die superleckere Fetacreme mit Gurke und Paprika, die mich wirklich sehr sehr lange sättigt (no irony here). Und in der Tat: Ich fühle mich abends ein bisschen belebter. Aber von neuem Leben, neuem Körpergefühl, neuem Kopf kann keine Rede sein.

Ich backe heute außerdem mein zweites Buchweizenbrot, das sich leider nicht von der Form trennen will, was zur Folge hat, dass etwa ein Viertel des Brotes verloren ist. Ich koche eine Möhren-Ingwer-Suppe für die Woche. Ich bin ein Muster an Disziplin, ja ja, aber noch so einen Tag brauche ich ernsthaft nicht.

Ich freue mich auf morgen, wenn ich zum ersten Mal wieder Fisch essen darf! Es gibt Lachs mit Zucchini, ein Traum!

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