Darm 2.0: Tag 13

In meinem Plan steht:

„In der Reduktionsphase verbrennt Ihr Körper vermehrt Fett. Die Entgiftung und Aktivierung Ihres Hormon- und Immunsystems läuft auf Hochtouren. Sie fühlen sich fitter und bekommen immer mehr Energie. Trainieren Sie regelmäßig.“

Ganz ehrlich? Rein mental bin ich fitter, ja. Ich bin entschlossen, ich ziehe es weiterhin konsequent durch, ich sündige nicht, halte mich an den Plan, gehe zum Sport, ich habe gute Laune.

Aber rein körperlich bin ich an Tag 13 (der ja eigentlich Tag 9 ist) ein nasser Sack, ein Wrack. Ich habe zum ersten Mal nach dem Mittagessen ein Fresskoma-Loch, das ich jetzt zehn Tage nicht hatte. Ich habe beim Langhanteltraining am Nachmittag so wenig Energie, dass ich zwischen den Übungen die Gewichte drastisch reduzieren muss. Ich will einfach nur noch auf die Couch, rumgammeln und meine Ruhe haben. Was läuft denn da nun schon wieder schief, dass dieser Plan so gar nicht passt? Nein, ich bekomme nicht immer mehr Energie. Es ist eher weniger. Ich führe es an Tag 13 darauf zurück, dass ich mittags essen darf und mir einen Salat mit Schafskäse laut Plan mache. Ich vermute, hätte ich einen Protein-Shake getrunken, wäre der Sport besser gegangen und eventuell wäre ich weniger müde gewesen. Ich bin jedenfalls reichlich bedient. Und das trotz guter Stimmung, Entschlossenheit etc.

Hunger habe ich übrigens auch immer noch, obwohl er sich anders anfühlt als zu Beginn. Irgendwie wurde es dem lauten Gemäkel meines Magens ein leises, nörgeliges Grummeln.

Dass bei mir generell so viel so deutlich vom Plan abweicht (der Hunger geht weg, sie fühlen sich fitter, abführen ist toll), deutet für mich darauf hin, dass in meinem Körper nicht nur einiges anders läuft, sondern dass mein Stoffwechsel so quer gewesen sein muss, dass er einfach jetzt viel länger braucht, um diese „Ziele“ zu erreichen.

Ich gehe natürlich weiterhin zum Sport, versuche weiterhin alles, dranzubleiben. Aber irgendwie fehlen mir die Körner.

Was ich derzeit auch gar nicht schaffe, weder an 11, 12 noch jetzt an Tag 13: Ich kann den Abstand von vier bis sechs Stunden zwischen Mittagessen (12:30 Uhr) und Abendessen (spätestens 18:30 Uhr) nicht einhalten. Wenn ich zum Sport gehe, bin ich frühestens um 19 Uhr daheim. Vom Hunger macht es keinen Unterschied, aber was es für den Körper bedeutet keine Ahnung.

An Tag 13 steht dann auch zum ersten Mal „Kneipe“ auf dem Programm. Einleitend dazu beginnt dieser Kneipenbesuch damit, dass ich aus dem Fitnessstudio trete und mir eine unwiderstehliche Geruchswolke in die Nase weht: frisch gekochtes Essen. Irgendwas mit Fleisch und Soße, so gefühlt. Herrje, was riecht das gut! Meine Begleitung fragt mich, ob wir wirklich in die Kneipe gehen wollen. Ich sehe es als Herausforderung an, denn künftig werde ich das Problem ja nicht weniger haben. Dort sitze ich also nun und trinke Rooibos-Tee. Tee und Wasser sind übrigens meine besten Freunde geworden.

Auf die Frage, ob ich so gar nicht von meinem Plan abweiche, kann ich nur antworten: Nein! Denn für mich ist klar: Ginge es um die Kalorien allein, dann wäre es mir vielleicht egal, ob es mal 50 kcal mehr sind oder eine Mandel mehr oder ob ich abends doch mal ein Stück Schokolade esse. Aber ich habe nun mal eine fest vorgegebene Lebensmittelliste, die der Darmsanierung dient. Und ich würde mir doch überhaupt keinen Gefallen tun, davon abzuweichen. Es hat einen Grund, dass ich nur dieses oder jenes und das auch nur in geringen Mengen essen darf. Also mache ich das auch. Alles andere wäre nicht nur Selbstbetrug, sondern sinnlos.

Dennoch: Für ein Stück Appenzeller würde ich gerade so einiges tun.

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