Darm 2.0: Tag 10

Ich suche seit gestern nach einem Wort. Es ist ein Wort ähnlich wie taktil, olfaktorisch oder euphon oder akustisch oder so. Ich finde keines dafür. Es beschreibt das, was mir derzeit am meisten fehlt. Es ist nämlich nicht mehr die Lust auf fettiges oder zuckriges Essen, sondern es ist ein Geräuschgefühl. Oder auch Gefühlgeräusch.

Mir fehlt es, auf etwas Knuspriges zu beißen und das zu hören. Und nach dem Beißen das Knusprige zu kauen. Beispielsweise ein Brötchen, eine Scheibe Toast, eine Pizza. Dahinter steckt dann vielleicht doch eine Lust auf was Teigiges. Aber gefühlt ist es die Lust, mal wieder herzhaft etwas zu kauen, das nicht aus geriebenem Apfel, weichgekochtem Brokkoli oder pürierten Möhren besteht. Das geht mir an Tag 10 wirklich ab. Mir fällt es auf, als der Kollege, der mir diese Woche gegenüber sitzt, mittags herzhaft in sein Käsebrötchen beißt und genüsslich kaut. Ich verlasse nach einigen Minuten sogar den Raum, weil ich das Geräusch nicht mehr ertragen kann.

Dabei hat der Tag so gut angefangen. Morgens geht es nach neun Tagen erst mal auf die Waage. Sagenhafte 3,2 Kilo sind runter, vermutlich größtenteils nur Wasser. Aber das Schöne ist, dass ich es auch sehe, dass der Gürtel besser zugeht, dass alles insgesamt besser aussieht – und das 3,2 Kilo mich definitiv anspornen, den Rest jetzt auch noch durchzuziehen. Zwischenzeitlich haben mir so viele Leute gesagt, dass sie das keine Woche könnten. Doch, man kann. Wenn der Leidensdruck hoch genug ist.

Ansonsten verläuft Tag 10 relativ unspektakulär. Dass ich Hunger habe, muss ich wohl nicht erwähnen. Mittags esse ich eine Möhren-Ingwer-Suppe, die von der Portionsgröße etwa einem zehnjährigen Kind reichen würde. Leider esse ich auch viel zu früh, nämlich gegen 12.30 Uhr. Aber der Hunger ist einfach zu groß. Dass ich später noch beim Sport bin und heute die Sechs-Stunden-Grenze nicht einhalten kann, ignoriere ich geflissentlich. Irgendwann zwischen Crosstrainer und Gerätetraining und drei Litern Wasser geht der Nachmittagshunger dann auch verloren.

Ich merke allerdings einmal mehr, dass ich kaum Kraft und Energie habe, die Gewichte zu bewegen. Ich reduziere hier und da. Hauptsache, denke ich, ich bewege sie überhaupt und bin hier und tue was.

Das Abendessen gibt es dann gegen 19:30 Uhr. Mal wieder einen Shake. Der macht mich jedoch so satt, dass ich zufrieden gegen 21 Uhr ins Bett falle.

Mein Coach sagt, der Hunger hört jetzt bald auf. An diesem Nachmittag/Abend habe ich erstmals das Gefühl, er könnte Recht haben. Wir werden sehen. Was unverändert super ist: die Verdauung. Der ganze Magen-Darm-Trakt arbeitet, wie er soll. Ich hoffe, das bedeutet nicht, dass ich auch weiterhin am besten Püriertes und Totgekochtes essen muss. Alles, was ich gerade will, ist, in ein Käsebrötchen zu beißen… natürlich ein frisches.

Der Plan für die Zeit nach den 28 Tagen ist aber immerhin schon halbwegs klar: Es wird eine Mischung aus Paleo und Vollwertkost. Ohne Brot, so ganz komplett, geht es für mich nicht. Aber ich will es dann selbst backen, ohne Weizen. Denn Weizen, Zucker und Alkohol werde ich komplett von der Liste streichen. Es wird natürlich Schummeltage geben, an denen das alles erlaubt ist. Weizen und Zucker jedenfalls. Vom Alkohol möchte ich derzeit erst einmal komplett Abstand nehmen. Ein Glas Sekt an Silvester ist drin, vielleicht ein Likörchen an Weihnachten, aber wirklich nur noch dann. Mir bekommt Alkohol einfach nicht. Weder mein Nervensystem noch meine Organe finden ihn toll. Also lasse ich ihn eben weg.

Soweit der Plan… wir reden wieder drüber, wenn ich erfolgreich das erste Dinkelbrot im Ofen verkokelt habe. Warum eigentlich kann man nicht alles essen können, sich dabei gut fühlen, einen gesunden Darm haben und trotzdem schlank sein? Und was genau ist eigentlich das Problem mit Weizen? Ich lese mich da heute mal ein..

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