Adele

Es gab lange Zeit nur eine Frau, die mich zum Heulen singen konnte. Das war Marie Fredriksson. Ihre Stimme ging mir schon immer durch Mark und Bein, hat für mich einfach was ganz Besonderes und wird mich immer direkt ins Herz treffen. Sie muss sich beim Singen nicht einmal Mühe geben, es funktioniert einfach wie selbstverständlich. Als wären mein Herz und ihre Stimme füreinander gemacht.

Vor vielen Jahren entdeckte ich dann Aimee Mann. Auch sie kann es. Es gab Momente, da kamen mir vor lauter Rührung die Tränen – ganz so einfach wie bei Marie Fredriksson war und ist das aber nie. Meine Stimmung muss passen, das Lied muss zu dieser Stimmung passen und Aimee Manns Stimme ist auch nicht immer ein Tränenzieher. Es bedurfte schon immer eines besonderen Momentes, damit Aimee Mann mich so berühren konnte wie Marie Fredriksson. Immerhin: Sie kann es.

Vor allem mit diesem Lied hier. Und vor allem dann, wenn sie es live singt:

Und dann ist da Adele. Die hat mich nie berührt oder erreicht. Ihr Album „19“ kannte ich gar nicht. Als damals „Rolling in the deep“ im Radio in Dauerrotation lief, beachtete ich den Song kaum. „Ganz nett“, dachte ich. „Schon wieder?“, dachte ich beim vierten Durchlauf. Ich hörte den Song aber nicht tot, es kam nicht der Moment, in dem ich dachte, dass es nun wirklich mal reiche. Ganz im Gegenteil. Auf einmal schlug meine Gleichgültigkeit in neugierige Aufmerksamkeit um. Ich drehte den Song, der inzwischen schon Monate im Radio lief und die Charts dominierte, plötzlich lauter. Ein paar Durchgänge später sang ich mit. Dann hörte ich „Someone like you“ und „Set fire to the rain“. Adele hatte mich gepackt, ohne dass ich es gemerkt hatte. Ich hätte mich zu diesem Zeitpunkt nicht als Fan bezeichnet, ich fand ihre Songs einfach nur gut.

Meiner Freundin schenkte ich dann zu Weihnachten den Doppelpack aus Live-CD/DVD und die CD dudelte dann wochenlang jeden Abend vorm Einschlafen im Schlafzimmer. Jeden Abend. Und mir dämmerte, dass diese Frau eine ganz besondere Musik macht. Allein die Live-Version von „Chasing Pavements“ geht so ganz tief rein. Jeder Ton, den sie singt, kommt aus ihrem Herzen. Aus jedem ihrer Worte kommt eine Glaubwürdigkeit, wie man sie bei anderen Sängerinnen wirklich vermisst.

Dann fand ich bei Vimeo auf der Seite des Accounts „iMashup“ ein Mashup von Adeles „Set fire to the rain“ mit John Newmans „Love me again“ – mit dem Titel „Set fire to love me again“. Dieses Mashup lief im Auto bei mir hoch und runter. Es ist klingt anders, es klingt frisch und schneller und zeigt, was Adele neben berührenden Balladen auch kann. Soul, Funk, Rock.

Jetzt ist sie wieder da, Adele. Mit neuem Lied, neuem Album und hoffentlich auch bald mit einer neuen Tournee. Sie ist die einzige Künstlerin auf diesem Planeten, für die ich meine selbstgesteckte Ticketpreis-Grenze von 100 Euro brechen würde.

Sie ist eine Diva, im positivsten Sinne. Sie hat wenig Lust auf Showbusiness, sie geht ihren eigenen Weg. Sie weiß, welche Musik sie machen will, sie weiß, wie sie sie machen will. Ich nehme ihr jedes Wort ab. Und als ich „Hello“ zum zweiten Mal hörte, machte es wieder „Klick“. Wir, die Kinder dieser Generation, dürfen uns glücklich schätzen, eine Künstlerin ihres Formats erleben zu dürfen. Sie ist ein absolutes Ausnahmetalent.

Noch elf Tage, bis das Album erscheint – ich kann es kaum erwarten!

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