Das besonderste Roxette-Konzert

Wer nicht dabei war, wird es nie verstehen. Wer nicht dabei war, der wird sich bei diesem Video viel denken, nur nicht, dass da gerade Magie passiert, dass da gerade irgendein Gott seine Finger im Spiel hat und dafür sorgt, dass die Luft bebt, dass Liebe auf ihr durch die große Halle gleitet und alle Seelen miteinander vereint – dass sie eins werden. So etwas passiert vielleicht so selten, dass dieses Konzert zu einem der ganz besonderen gehört, vielleicht ist es das besonderste.

Marie Fredriksson beginnt zu singen. Dann vergisst sie den Text. Wie viele Male zuvor auch. Sie findet den Anschluss nicht mehr, das passiert nicht mehr so oft. Hilfesuchend blickt sie ihren Partner, Per Gessle, an. Der hat inzwischen, so scheint es jedenfalls, auch etwas den Faden verloren. Das Problem an der Sache: Außer ihm, seiner Gitarre und ihr ist niemand sonst auf der Bühne. Es gibt keine Möglichkeit, diesen Fehler zu kaschieren. Aber an diesem Abend ist das auch nicht nötig. Das Berliner Publikum hat verstanden. Es hat alles verstanden. Und es springt ein. Es singt für die beiden Schweden, für Marie, für sich selbst. Es singt sich nahezu in einen Rausch. Es ist dieser eine Moment, der aus diesem Konzert am 27. Juni 2015 einen magischen Abend macht.

Danach gibt es nichts mehr zu verlieren, nichts mehr zu gewinnen. Die Menschen in dieser Halle sind angesteckt, wie im Rausch, sie können nicht mehr aufhören. Nicht mehr aufhören zu feiern, Roxette hochleben zu lassen. Es endet einfach nicht. Es endet nicht, bis es vorbei ist. Bis die letzten Töne von „The Look“ erklingen. Und selbst dann dauert es noch sehr lange, bis das ungläubige Kopfschütteln über das, was man hier gerade erlebt hat, nachlässt.

Noch Minuten später, bereits vor der Halle, singen die Zuschauer „The Look“, erzählen von der starken Frau aus Schweden, die so viel gibt, lächeln selig und sind sich dieses Moments unglaublich bewusst.

Und ich? Ich habe schon viele Konzerte gesehen, auch viele Roxette-Konzerte. Aber noch keines wie dieses. Davor noch nie, bei den weiteren sechs Konzerten mit Roxette auch nicht mehr. Vielleicht kommt das auch nie wieder. Und wer nicht dabei war, kann es nicht verstehen. Aber angucken, das kann man. Zum Glück.

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