Dann also vegan.. oder?

Am Donnerstag, 18. Dezember 2014, aß ich zum letzten Mal Fleisch. Käse-Lauch-Suppe. Hackfleisch ohne Ende. Fett ohne Ende. Magenschmerzen am Abend – ohne Ende. Schon da reifte die Entscheidung in mir: Kein Fleisch mehr. Ich vertrug es einfach nicht. Nach jedem Genuss von Fleisch/Wurst ging es mir nicht gut, der Magen rebellierte. Am Tag darauf, Freitag, 19. Dezember 2014, gönnte ich mir bei einem schon lange geplanten Wellness-Tag mit einer Freundin bei einem Frühstück noch einmal Schwarzwälder Schinken auf dem Brötchen. Und das war es. Seitdem habe ich kein Fleisch mehr angerührt. Nein, auch keine Wurst. Mit dem Gedanken, komplett auf tierische Produkte zu verzichten, hatte ich davor schon eine Weile gespielt, es aber noch nicht umgesetzt. Da mein Magen auch auf Milchprodukte nicht zufrieden reagierte, fiel die Entscheidung leicht. Langsamer Umstieg auf vegane Ernährung. Schon vor Silvester ging es langsam los, nachdem noch alle Reste brav gegessen wurden (Käse wirft man nicht weg, Milch trinkt man aus und Eier brät man eben noch).

Ab dem 1. Januar stellte ich dann meine Ernährung um. Gemeinsam mit meiner Freundin. Kein Brot mehr zum Frühstück. Stattdessen Frühstücksbrei mit Sojamilch und frischen Früchten. Dabei sind wir bis heute geblieben. Umgestellt haben wir das nicht, weil wir nun nicht mehr wussten, was wir auf Brot essen sollten (gibt ja genug Marmeladen), sondern einfach die bewusste Entscheidung zu mehr Obst und gesunden Kohlenhydraten. Der Brei schmeckt bis heute gut. Hier und da, an einem Sonntag, unterwegs bei Freunden oder Familie, frühstücken wir auch ganz normal Brötchen – dann eben mit Marmelade. Meistens.

Denn mein „vegan“ unterscheidet sich wesentlich vom eigentlichen „vegan“. Ja, ich esse hier und da Eier. Und ja, alle zwei bis drei Wochen gibt es ein Stück Fisch. Diese Einschränkungen habe ich mir bewusst gemacht, da ich von Anfang an wusste, dass ich es sonst so radikal nicht schaffen würde. Aber: Bei der Sojamilch sind wir konsequent geblieben. Auch bei Joghurt, Quark und anderen Milchprodukten. Beim Frühstück auswärts gab es auch hier und da mal eine Scheibe Käse. So lebe ich für mich vegan besser als mit dem Zwang, zu 100% das leben zu müssen, was vegane Lebensweise vorgibt. Ich fühle mich körperlich immer noch deutlich fitter als vor der Ernährungsumstellung. Ja, hier und da gibt es eben eine Ausnahme.

Nun sind fünfeinhalb Monate vorbei und allmählich stellen wir fest, dass uns Käse doch ein bisschen fehlt. Und irgendwie, ja, so sehen wir das, gibt es tatsächlich keine Alternative zu Käse. Keine geschmacklich gute Alternative. Käse ist nun mal Käse. Das bedeutet nicht, dass wir ihn nun wieder willenlos kaufen und essen. Es bedeutet eben, dass er uns fehlt. Und dass inzwischen wieder, hier und da, selten, Käse integriert wird. So gab es vergangene Woche zum ersten Mal in diesem Jahr kein rein veganes Gericht aus der heimischen Küche, sondern Spargel mit Parmesan-Kruste. Und er war herrlich lecker.

Nach fünfeinhalb Monaten bleibt also festzuhalten, dass es schwieriger wird, auf alles zu verzichten, was mal so gut schmeckte. Und ja, käsetechnisch ist es Verzicht. Während ich in diesem Jahr bisher nur zweimal Fleischgelüste hatte (einmal wollte ich unbedingt ein fettiges Schnitzel mit Pommes vom Lieferdienst, einmal rochen die halben Hähnchen vom Imbisswagen so gut) und die nach spätestens zwei Stunden auch wieder vorbei waren, holt mich der Gedanke an Käse öfter ein, als es mir lieb ist. Hier und da wird er also wieder in der Küche auftauchen.

Dennoch macht das überwiegend vegane Leben Spaß. Ich fühle mich wie bereits beschrieben deutlich fitter, besser und leichter. Der Gürtel lässt sich wieder enger schnallen und der Magen hält auch Ruhe. Sodbrennen habe ich keines mehr. Gemüse kochen macht Spaß und Obst schmeckt sowieso immer gut.

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Ein Kommentar

  1. aussteiger · Mai 19, 2015

    habe gelesen, dass bei veganern die bildung ständig zunimmt. veganer hinterfragen fast alles und über die gefundenen antworten erlangen sie immer mehr wissen. aasfresser hingegen verblöden zunehmend, weil sie nichts hinterfragen, ja sogar wissen leugnen.
    https://campogeno.wordpress.com/2015/05/14/jeder-kann-es-aber-nur-wenige-wollen-es/

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