Kein Leben ohne Kohlenhydrate

Die erste Woche „Low Carb“ ist fast vorbei. Was habe ich gemacht? Morgens eine Scheibe Vollkornbrot gegessen – dazu einen Quark mit Buttermilch und frischen Beeren. Dazu eine Tasse Tee. Das war es an Kohlenhydraten für den Rest des Tages. Mittags gab es entweder Ei, Fisch oder Fleisch. Ja – ich habe also wieder mit dem Fleischverzehr (eigentlich geht es hier um 90% Rindfleisch und 10% Schweinefleisch, da ich sowohl Schwein als auch Geflügel und Sonstiges (Lamm, Kalb) einfach nicht (mehr) mag) begonnen. Ein bisschen widerwillig, aber ich wollte ja nun mal diese Kohlenhydrat-Theorie testen. Bringt es wirklich was, so wenig wie möglich Kohlenhydrate zu sich zu nehmen? Zum Fleisch oder Fisch hatte ich dann immer Gemüse. Natürlich alles ohne Soße. Oder es gab Salat. Meines Erachtens und für meinen Geschmack wirklich eine einseitige Ernährung, die mir spätestens am Freitagabend auf den Nerv ging. Ich bin nun mal ein Brotesser und ich liebe Brot und vor allem den Fakt, dass es das hier in Deutschland in so vielen schmackhaften Varianten gibt. Das fehlt mir wirklich. Was ich nicht vermisst habe, sind Kartoffeln und Reis. Reis mag ich ohnehin schon nicht so gerne und habe den früher auch schon sehr sparsam gekocht bzw. gegessen. Kartoffeln kamen schon mal öfter auf den Tisch, aber bisher hatte ich keine Kartoffelgelüste. Was mir fehlt, sind Nudeln, Brot und – genau: Nutella! Die lasse ich auch weg, weil eben viel Zucker drin ist und daher viele Kohlenhydrate. Wie gerne hätte ich auch eben zum Nachmittagskaffee ein Nutellabrot gegessen. Ich habe es gelassen. Stattdessen gab es eine Scheibe Roggen-Knäckebrot mit ganz dünn Philadelphia-Frischkäse drauf. Und das war heute mal die Ausnahme, was Brot angeht. Aber auch nur deshalb, weil ich heute Morgen 80 Minuten laufen war und der Meinung, mein Körper bräuchte etwas Energie. Ich gehe da also jetzt nach Gefühl.

Was den Sport angeht, war ich auch nicht untätig. Am Dienstag war ich 7,15 Kilometer laufen, in meinem derzeit schnellsten Wohlfühltempo, am Donnerstag war ich 5 Kilometer nahezu im Wettkampftempo unterwegs, am Freitag war ich mit einem Kollegen joggen und wir haben uns während des gesamten Laufs gut unterhalten. Ich habe gar nicht gemerkt, dass dies meine schnellste 8-Kilometer-Runde seit Beginn meiner Aufzeichnungen war. Also schon grandios. Am Samstag habe ich mit der App „You are your own gym“ ein kleines Workout absolviert. (Die App ist sehr zu empfehlen, kostet aber 2,69 Euro und man braucht einen stabilen Tisch, eine stabile Tür, einen stabilen Stuhl und einen stabilen Türrahmen zuhause. 🙂 Und heute wollte ich eigentlich bei einem Parkhauslauf (5 Kilometer) antreten, hatte aber heute Morgen überhaupt keine Lust auf Wettkampftempo und habe mich daher an mein Halbmarathontraining erinnert. Stattdessen bin ich also 80 Minuten „im langsamen Dauerlauf“ wie gefordert gelaufen. Die Zeit war eine Minute pro Kilometer langsamer als am Freitag mit meinem Kollegen – das nur als Anhaltspunkt. Aber es hat richtig gut getan.

Nun zum Gewicht: Ich habe in dieser Woche 1 Kilo abgenommen und laut Waage, 0,7% an Fett verloren, dafür aber 1,5% Muskelmasse zugelegt. Ich weiß nicht, wie genau und zuverlässig diese Zahlen überhaupt sind, aber ich habe und nutze nur diese Waage und orientiere mich daran. Da die Waage heute Morgen kurz streikte, musste ich insgesamt drei Mal drauf und mein Gewicht schwankte bei allen drei Wiegevorgängen um 0,7 Kilo. Man weiß also nicht genau, was man glauben soll. Gefühlt habe ich etwas abgenommen, ja. Das aber nicht glücklich, sondern schon unter leichter Qual. Eiweiß-Mahlzeiten halten nicht so lange vor wie Kohlenhydrat-Mahlzeiten, allerdings ermüden sie einen auch nicht so schnell. Ich habe penibel darauf geachtet, die vier bis fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten einzuhalten und so hatte ich zwischendurch wirklich großen Hunger, den ich mal mit einer Handvoll Walnüsse, mal mit Beeren oder mal mit zwei Gläsern Wasser gestillt habe. Ich weiß allerdings nicht, ob das mein Mittel der Wahl aller Zeiten sein wird. Vermutlich nicht. Irgendwann gibt es auch wieder Nudeln, wenn auch in Maßen.
Gefühlt ist es auch so, dass mir allein von diesen körperlichen Auswirkungen (viel wacher!) die Kohlenhydrate nicht fehlen – ich bin wesentlich fitter, agiler und munterer. Bei einer reichhaltigen Kohlenhydratmahlzeit hatte ich hinterher nicht selten die „Fressnarkose“ – vor allem dann, wenn ungesunde Fette (beispielsweise von Pommes) auf ungesunde Weißmehlprodukte (Brötchen) trafen. Jetzt bin ich wesentlich wacher, das ist Fakt. Aber dafür habe ich öfter Hunger. Die optimale Lösung habe ich noch nicht gefunden. Und ich merke auch beim Laufen, dass mir die Kraft fehlt, wenn ich aufs Tempo drücke. Eventuell werde ich also zukünftig – so wie heute – vor dem Laufen mehr Kohlenhydrate essen. Das sei einem vielleicht auch gegönnt, wenn man 800 Kalorien verbrannt hat. Es müssen eben „gute“ Kohlenhydrate sein: Vollkornprodukte.

Zu meinem Unglück – jenes, dass ich eigentlich nicht weiß, was ich denn jetzt ernährungstechnisch am besten mache, was der beste Weg ist, um fit zu bleiben/fitter zu werden und ein paar Kilo zu verlieren – kommt hinzu, dass meine Low-Carb-Idee mit viel Laufen gestern durch einen Blog-Artikel torpediert wurde. Ich habe ja schon grundsätzlich das Problem, dass ich die Lust am Laufen und am gesunden Essen verliere, wenn ich zu viel lese. Vor allem zu viele verschiedene Theorien, Ansätze, Ideen. Das macht mich ganz wuschig und dann weiß ich gar nichts mehr und möchte am liebsten ins Nutella-Glas steigen.

Zurück zu erwähntem Blog-Eintrag. Das ist dieser hier. Der Mann sagt, dass Frauen durch das Laufen nicht immer abnehmen werden oder können. Das hat wohl hormonelle Gründe und je mehr Frau läuft, desto mehr fährt der Körper die Verbrennung runter. Die Folge: Gewichtszunahme. Seine These: Nur Krafttraining macht schlank. Da ist sicherlich was dran, denn auch ich habe gelernt, dass Laufen allein ohne gleichzeitiges Krafttraining des Rumpfes nicht genug Fett verbrennt. Denn die Muskeln verbrennen ja immerhin das Fett und wenn man keine Muskeln hat, kann man auch kein Fett verbrennen. Dennoch hat mich das für eine Minute demotiviert. Da wollte ich schon wieder hinschmeißen, bis ich dachte: „Aber mir macht Laufen gerade einfach sehr viel Spaß! Ich bleibe dran!“ Stattdessen baue ich ab und an wohl wieder mehr Kohlenhydrate in den Tag ein, denn dauerhafter Hunger ist kein Spaß. Allerdings werde ich auf jeden Fall immer und täglich ab 16 Uhr auf Kohlenhydrate verzichten und hoffen, dass das ein paar Kilos wegbrennt.

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Ein Kommentar

  1. cafi80 · Juni 30, 2013

    Cooler Artikel. Ich habe mal gehört, dass die Eiweisdiät gut ist um kurzfristig Gewicht zu verlieren. Man sollte sie immer mal wieder für höchstens zwei Wochen einsetzen, aber nicht dauerhaft… Alternativ kann man auch abends auf Kohlenhydrate verzichten. Und vor allem nicht nach 19 Uhr essen. Salat soll abends auch nicht so gut sein, weil er sich über Nacht schlecht verdauen lässt…

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