Halmstad, meine Perle

Alles verändert sich, ja ja. So ist das einfach. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Ich weiß noch, wie Halmstad aussah, als wir das allererste Mal dort waren. Wenig Infrastruktur. Zwischen Halmstad und Tylösand gab es hier und da eine Tankstelle, einen ICA-Supermarkt und ein wenig ansprechendes Äventyrsland für Kinder. Das war es. Zumindest in meinem Kopf. Als ich vor ein paar Jahren nach einigen Jahren Pause wieder nach Halmstad kam, war die Stadt schon nicht mehr meine. Alles hatte sich verändert. Gerade auf der Straße zwischen Halmstad und Tylösand hat sich so viel verändert. Ein Burger King ist dazu gekommen, ein Lidl, aus dem Äventyrsland ist ein für eine Kleinstadt beachtlicher Wasserrutschenpark geworden. Die Straßen sind erneuer worden und man darf an vielen Stellen nur noch 40 fahren. Alles, was diese Stadt für mich mal ausgemacht hat, ist weg. Dieser Kleinstadt-Flair, ein Hauch von Nichts. Viele Grünstreifen, wenige Menschen, wenige Geschäfte. Das war mein Halmstad.

Jetzt, 2013, war ich nach vier Jahren Pause wieder dort. Sogar eine Woche lang. Und je öfter wir durch die Stadt gelaufen oder gefahren sind, kam wieder dieser Gedanke. Es ist nicht mehr das, was es für mich mal war. Wenn ich allein daran denke, wie viele Plattenläden es in der Stadt gab – ich habe es diesmal nicht überprüft, aber wenn, dann kann es nur noch einer sein. Der Rest ist weg. Wo wir uns früher für teures Geld mit den neuesten und ältesten Roxette-&-Related-Platten eingedeckt haben, ist jetzt ein Kiosk mit jeder Menge Süßigkeiten. Wo wir uns früher an einem Imbisswagen Pasta to go mit einer von drei angebotenen Soßen gekauft haben, steht jetzt ein richtig moderner Wagen, der nicht nur Nudeln, sondern auch Pizza verkauft. Das Gefühl, das ich früher hatte – dass die Stadt mit sich zufrieden ist und Schnick-Schnack nicht braucht, ist weg. Jetzt ist meinem Gefühl nach alles sehr auf den Sommer-Tourismus ausgerichtet, aber das noch nicht mal richtig gut. Ich war ein bisschen enttäuscht von all den Veränderungen. Aber so ist das wohl im Leben. Nichts bleibt ewig.

Einzig die Pizzeria Capri ist immer noch an Ort und Stelle – wie gut. Ich hoffe, dass sie durchhält und genau dort bleibt, bis ich das nächste Mal in der Stadt bin. Ich brauche wenigstens ein bisschen Kontinuität.

 

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