Gestern gesehen: Kissenschlacht auf Sat.1

Ich bin Freundin der seichten Fernsehunterhaltung. Dienstagabends darf es also gerne mal eine seichte deutsche Komödie sein. Gerne auch auf Sat.1. Erst kürzlich lief dort eine herrliche Komödie mit Valerie Niehaus – die Ur-Julia aus Verbotene Liebe, die von Nina Bott beerbt wurde. Niehaus hatte eine Pornofilmproduktionsfirma von ihrem Mann geerbt, von deren Existenz sie gar nichts gewusst hatte. Sehr lustig gemacht, gute Gags, nette Bilder, schön seicht. Nun ja, dass es auch anders geht, durften wir gestern Abend beim Film „Kissenschlacht“ bewundern.

Von der Besetzung einmal abgesehen – Steffen Groth als werdender Vater, Christiane Krüger als hysterische Schwiegermutter und Didi Hallervorden als Lustmolch und Teresa Harder als Haushälterin – war der Film eigentlich alles, aber keine Komödie. Und noch dazu einfach schlecht. Und das aus mehreren Gründen:

1.) Das Thema: Elternsein und Eltern werden, das wünschen sich viele. Bei vielen klappt es nicht und vielen fehlt vielleicht auch ein bisschen Lockerheit, um mit dem Thema umzugehen. Aber sich eine russische (muss erwähnt werden, denn die Rolle der Leihmutter wirkt zwischendurch so, als ob sie dümmlich sei) Leihmutter zu suchen, die dann das eigene Kind austrägt – taugt dieses Thema für eine Komödie? Und wenn ja, wieso war dieser Film nicht lustig? Es ist extrem schwierig, so ein Thema komisch aufzubereiten. Dieser Film hat es leider nicht geschafft, was sicher auch an der Rolle der Frau liegt, die sich neun Monate gar nicht für die Leihmutter interessiert, aber mit Kissenbauch eine eigene Schwangerschaft inszeniert und ihrem Gatten sogar den Beischlaf verweigert. Unlustig.

2.) Komik? Nach etwa einer Stunde hatte ich das Schema des Films durchschaut. Es war eine Aneinanderreihung von vermeintlichen Missgeschicken, die das werdende Paar in kompromittierende Situationen brachte. All diese Situationen wurden jedoch nicht komisch aufgelöst, sondern irgendwie gar nicht. Ich kann mich jedenfalls an keine Stelle in diesem Film erinnern, an der ich laut aufgelacht hätte. Gegen 21 Uhr hatten wir sogar schon mal weggeschaltet, weil wir sicher waren, dass es noch was besseres im TV geben musste. Nach einer Runde Zapping kehrten wir zu Sat.1 zurück. Es gab – für uns – nichts besseres. Schlimm genug eigentlich. Aber immerhin stimmte so der Prisma TV-Tipp des Tages. Peinlich genug, denn die:

3.) Logik stimmte leider auch nicht. Der Film beginnt etwa drei Monate vor Beginn der Leihmutterschaft. Es ist Sommer. Drei Monate später ist immer noch Sommer. Und als der werdende Vater mit der im sechsten Monat schwangeren Leihmutter und deren Erstgeborenem im Park Fußball spielt, ist immer noch Sommer. Ach, und bei der Geburt des Babys, man ahnt es, ist immer noch Sommer. Ich möchte auch nach München ziehen, denn da ist einfach immer Sommer.

Spätestens nach dieser Feststellung fühlte ich mich von der Produktionsfirma doch ein bisschen verschaukelt. Kissenschlacht bekommt von mir eine 6+. Den Pluspunkt gibt’s für Hallervorden, Krüger und Harder. Wir haben uns dann auch die Frage gestellt, ob Hallervorden und Krüger zu Castings gehen, oder ob ihnen Rollen wie diese angeboten werden – was auch immer es in diesem Fall war, schmeichelhaft ist’s für beide nicht. Geldmangel?

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