Kündigen und Umziehen mit Vodafone

Jahrelang habe ich es geschafft und jeden telefonischen Versuch eines DSL-Anbieters abgewehrt, doch einfach zu ihnen zu wechseln, weil sie ja viel günstiger seien. Zum ersten Mal bin ich vor acht Wochen schwach geworden und habe mich von 02 – meinem Handyanbieter – überzeugen lassen, zu Alice zu wechseln. Bislang – seit 2004 – bin ich Kunde bei Vodafone, ehemals Arcor, und mit dem Service und den Konditionen zufrieden. Anschaltungen bei Umzügen, das waren bei mir einige, gingen immer schnell, die Hardware kam pünktlich, alles funktionierte.

Und doch ist Alice günstiger. Definitiv ein Grund, den Anbieter zu wechseln. Ich ließ mich also beraten, schlug zu, sagte aber schon am Telefon, dass ich eventuell im Februar umziehe und das dann der Wechsel nicht zustande käme, denn umziehen konnte ich bei bestehendem Vertrag nur mit dem alten Anbieter. Nach Prüfung der Vertragsdaten seitens Alice wurde bekannt, dass mein Vertrag bei Vodafone/Arcor noch bis Januar 2012 läuft, ein Wechsel zu Alice also vor 2012 gar nicht möglich ist. In der Zwischenzeit wurden meine Umzugspläne zur Realität, alles stand fest, da erinnerte ich mich wieder an mein Festnetzanschlussproblem.

Frohen Mutes loggte ich mich auf der Vodafone-Seite im Privatkunden-Bereich ein und wollte meinen Umzug in Auftrag geben. Immerhin habe ich ja noch ein Jahr bestehenden Vertrag und nicht nur ich muss bezahlen, sondern mein Anbieter mir auch die Leitung zur Verfügung stellen. Denkste! Ein Umzug mit Vodafone ist nicht mehr möglich, denn würde ich umziehen, würde sich der Vertrag um weitere zwei Jahre verlängern. Etwas, das durch meine Kündigung bzw. den Wechsel zu Alice nicht mehr möglich ist. Ich dachte trotzdem zunächst, dass das ein Scherz sein musste, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass Vodafone jetzt ganze 12 Monate Geld von mir kassiert, ohne dass ich auch nur eine Sekunde den Anschluss nutzen kann. Ich rief also bei Vodafone an und stellte mein Problem dar und siehe da: keine Chance! Umziehen ist nicht, nur, wenn ich den Vertrag bzw. den Wechsel zu Alice rückgängig machte und damit eine Vertragsverlängerung bei Vodafone in Kauf nehme.

Erneut griff ich zum Telefon und versuchte es nun bei Alice. Den Vertrag konnte ich aber nicht mehr widerrufen, denn das 14-tägige Widerrufsrecht war trotz eines Vermerks eines möglichen Umzugs schon abgelaufen. Im Vodafone-Shop konnte man mir ebenso wenig helfen wie an der Hotline und so folgte einzig der Hinweis, ich solle doch eine Reklamation schreiben und an den Kundenservice schicken. Unbefriedigend für einen eigentlich zufriedenen und vor allem langjährigen Kunden. So sitze ich jetzt auf zwei Festnetzverträgen, von denen ich einen nur nutzen kann, weil er dankenswerterweise von Alice umgestellt wurde auf Neuanschaltung (in der neuen Wohnung). Wäre das nicht gegangen, hätte ich zwei Verträge und kein Internet, kein Telefon und keine Hardware.

Es ist eine Frechheit, dass so etwas erlaubt, ja, sogar rechtens ist. Ich fühle mich von Vodafone verhohnepiepelt. Und ärgere mich über mich selbst, dass ich zum ersten Mal seit Jahren einfach einem Angebot am Telefon gefolgt bin, anstatt die Finger davon zu lassen. Das vermeintliche Angebot, das mir beim Geldsparen durch bessere Tarife verhelfen sollte, ist keins, wenn ich mit meinem alten Anbieter nicht mehr umziehen und die Leistungen meines noch ein Jahr bestehenden Vertrages nicht nutzen kann.

Vielen Dank an die, die Gesetze machen. Und die, die sich jetzt ins Fäustchen lachen.

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