Sleeping Satellite

Ich weiß nicht, was da bei der Vergabe der Schicksalskörner im Zusammenhang mit digitalen Satelliten-Receivern und mir schiefgelaufen ist. Tatsache ist aber, dass mir die kleinen Gerätchen einfach kein Glück bringen. Aber der Reihe nach:
2008 ziehe ich in eine Wohnung mit digitaler Sat-Anlage. Super, denke ich, endlich. Noch schöner übrigens, dass meine Vermieter mir dazu gleich den Receiver gestellt haben, denn ich fortan benutzt habe. Zumindest ein halbes Jahr lang, ehe er sich ohne Vorwarnung einfach ständig ab- und wieder einschaltete. Da mir das irgendwann zu nervig war und die Intervalle dieses Vorgangs immer kürzer wurden, beschloss ich, mir einen neuen Receiver zu kaufen, nachdem ich eine olle D-Box meiner Eltern (ging natürlich nicht) und einen analogen Receiver von 1985 (gefühlt) getestet hatte. Nun denn – nicht umsonst arbeite ich bei einem Versender von diversen Hardwareteilen für alle Bereiche. Zu viel Geld wollte ich aber auch nicht ausgeben und entschied mich für ein Modell der Marke SMART, Preis etwa 40 Euro. Dieser Receiver funktionierte tadellos – aber wie der erste auch nur etwa sechs Monate. Dann begann er mit der gleichen Macke, die der vorherige – an den Hersteller kann ich mich leider nicht mehr erinnern, es war aber nicht SMART – schon offenbart hatte. Er schaltete sich ab und wieder ein. Mit dem Zusatz, dass er beim Wiedereinschalten dann keinen Ton mehr hatte, was bedeutete, dass ich das Gerät dann noch einmal vom Strom nehmen musste, ehe es wieder funktionierte wie es sollte. Ich ergab mich meinem Schicksal und lief fortan mindestens einmal am Tag zum Receiver, um ihn neu zu starten. Irgendwann ließ er sich dann aber auch nicht mehr umschalten. Also nahm ich das kleine Ding und ging zu unserer Service-Abteilung, die sehr kulant das Gerät entgegennahm, obwohl ich keinen Kaufbeleg mehr hatte. Noch dazu kam, dass die Seriennummer des Geräts, die beim Verkauf und vorher bei der Einlagerung eigentlich gescannt und gespeichert wird, gar nicht hinterlegt war. Es sah also so aus, als hätte ich ein Gerät gekauft, das es nie gab. Da mir klar war, dass der Servicevorgang ein paar Wochen in Anspruch nehmen konnte, kaufte ich einen neuen Receiver – mal wieder. Da ich allen Herstellern immer noch eine zweite Chance gebe, fiel meine Wahl wieder auf SMART – diesmal ein teureres Modell, der MX04, mit USB-Anschluss und weiterem Schnick-Schnack.

Das Drama in fünf Akten steuerte allmählich auf Akt 5 zu, denn auch jetzt hatte ich kein Glück mit der Technik. Der neue Receiver hielt gerade einmal vier Monate, ehe er mich ebenfalls nicht mehr umschalten ließ. Sobald ich hoch oder runterschaltete, sagte mir der Receiver „Kein Signal“ oder wahlweise „verschlüsselt“. Blöd nur, dass alle anderen im Haus perfekten Empfang haben. Dies war jedoch nicht der einzige Fehler. Bei mir kamen Bild und Ton plötzlich nicht mehr synchron. Der Ton war schon da, die Lippen der Personen hatten sich aber noch gar nicht bewegt. Nun – was blieb, war ein weiterer Gang zu unserer Service-Abteilung und der überstürzte Kauf eines weiteren Receivers, diesmal bei MediaMarkt – einfach, um mal was anderes zu testen. Ironie des Schicksals, dass just an dem Tag, an dem ich den teureren Receiver reklamierte, der billigere den Servicevorgang abgeschlossen und anstandslos in ein neues Gerät ausgetauscht wurde. Blöd nur, dass jetzt SMART-Gerät #2 auch ein Servicefall war und ich ja bereits einen anderen Receiver gekauft hatte, um überhaupt Fernsehen zu können. Bedeutet: insgesamt war ich zwischenzeitlich die Besitzerin dreier digitaler Sat-Receiver. Um nicht zum Receiver-Messi zu werden, entschloss ich mich dann, den MediaMarkt-Receiver umzutauschen (hat problemlos geklappt) und mir für das teurere SMART-Gerät eine Gutschrift geben zu lassen, so dass ich jetzt, in diesem Moment, das Austauschgerät meiner ersten Reklamation nutze. Ich hoffe, die Geschichte hat hiermit ein Ende. Obwohl ich wirklich gerne mal wissen würde, wieso mir ein Receiver nach dem anderen verreckt. Sind die wirklich so billig gebaut und taugen nichts, oder mögen die meine Scart-Kabel nicht? Ich weiß es nicht – aber innerlich bin ich bereits auf den nächsten Ausfall vorbereitet. Schön war übrigens auch der Kommentar des Service-Mitarbeiters: „Es hat überhaupt nichts zu sagen, ob ein Gerät 30 oder 140 oder 500 Euro kostet. Kaputtgehen können alle.“ Wie wahr.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s