Déjà-Vu

Schon wieder Kisten packen. Eigentlich fühlt es sich so an, als hätte ich das gestern erst gemacht, dabei ist es schon wieder über zwei Jahre her. Richtig Lust darauf habe ich eigentlich nicht, aber es muss ja. Im Vorfeld habe ich angefangen, viele Sachen auszusortieren und wegzuwerfen – wieder einmal viele Dinge, von denen man glaubt, man müsse sie als Andenken oder Erinnerung aufheben. Und der einzige Moment, wo man sie dann ansieht und eine Minute darüber nachdenkt und lächelt, ist der Moment, in dem man das jeweilige Stück aus dem Regal oder der Schublade holt, um es in eine Umzugskiste zu packen. Fast alle von diesen Dingen sind auf den Müll geflogen. Ich will nicht mehr daran festhalten, denn in meinem Kopf bleibt die Erinnerung trotzdem erhalten – hoffentlich jedenfalls. Ich habe mich auch getrennt von unliebsamen Geschenken, die ich aufgehoben habe in der Hoffnung, dass sie mir irgendwann doch noch gefallen, oder dass sie ihre Zeit bei mir abstehen müssen, damit mein schlechtes Gewissen im Gegenzug kleiner wird.

Dennoch bleibt genug Kram übrig und ich bin mal gespannt, wie viele Kisten ich am Ende gepackt habe. Der letzte Umzug war jedenfalls kein schöner, denn diese Wohnung und dieses Leben habe ich nur sehr ungern aufgegeben. Jetzt sieht es anders. Ich bin froh, dass wieder ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Pünktlich mit Ende des Studiums ziehe ich auch in eine neue Wohnung. Mal sehen, was sie bringt.  Auf jeden Fall wesentlich weniger Vermüllung als bisher. Ich habe sicher 10 Kilo Papier und vieles mehr entsorgt. Nach 15 Jahren wird es auch Zeit für ein neues Regal. Das alte Regal habe ich bei fünf Umzügen wohl einmal zu viel aufgebaut, es ist kaputt. Und das andere will ich dann auch nicht mehr, denn die gehören ja zusammen. Los geht’s, die nächste Kiste wartet. Und mit ihr wahrscheinlich wieder ein paar Erinnerungen, von denen ich nicht weiß, wieso ich daran so lange festgehalten habe.

Letztens habe ich übrigens im Fernsehen eine Entrümpelungsexpertin gesehen, die eine nette Geschichte erzählt hat. Sie saß mit ihrem Notebook auf der Couch und schaute auf eine Kommode vor sich und fragte sich, was da wohl drin sein könnte. Sie überlegte und kam nicht darauf und entschloss sich, die komplette Schublade aus der Kommode zu holen und den gesamten Inhalt unbesehen wegzuwerfen. Sie hat sie die Schublade dann einfach ausgeleert und wieder reingeschoben. Hinterher meinte sie, sie habe bis heute nichts vermisst. Auf die Frage des Moderators, ob sie nicht Angst hatte, dass da wichtige Papiere drin sein könnten, sagte sie, dass man sicher ein anderes als ein Vermüllungsproblem hätte, wenn man nicht weiß, wo man seine Papiere aufhebt. Wahre Worte! Müll-Container, ich komme.

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