Bericht aus Arnheim – oder: Murphy’s law

Für meine Roxette-Fellows ein kleiner Bericht zum Freitag. Wer hier die Zusammenhänge nicht versteht: ist nicht schlimm. Ich will nur nicht noch einmal erklären, welche Tour es ist, warum die da sind, was Roxopoly ist, etc..

Eigentlich wollten wir nur gucken fahren. Ohne Ticket, ohne Plan. Den Backstage-Eingang suchen und auf ein Meet and Greet hoffen. Doch drei Tage vor dem Night of the Proms-Konzert am Freitag in Arnhem habe ich auf ebay zwei Tickets entdeckt für zusammen 30 Euro. Platz nicht soo gut, aber für 15 Euro pro Person definitiv ein Muss. Allerdings waren wir zu dritt unterwegs, so dass ich doch noch ein reguläres Ticket bei Teleticketservice.com kaufen musste. Erste Reihe in diesem Block, sagte man mir, auf der Karte stand aber Reihe 95. Ich konnte mir also keinen Reim darauf machen. Wir haben uns dann so aufgeteilt, dass die zwei Gessle-Fans auf der Gessle-Seite und ich auf der Marie-Seite sitzen würde.  Im Nachhinein muss ich sagen, dass es die beste Idee war, ins Konzert zu gehen, weil wir wohl auch nur so unser Meet und Greet bekommen haben.

Denn glücklicherweise saß ich direkt neben dem Eingang für die Künstler, wenn sie zur Bühne gehen. Ich habe das allerdings erst recht spät gemerkt, zum Glück war es noch nicht zu spät. Nach Listen to your heart postierte ich mich am Geländer und wartete darauf, dass die Band von der Bühne kommt. Allerdings hatte ich hier noch keine Gelegenheit, sie anzusprechen, weil es viel zu laut war. Meine Chance sollte aber noch kommen. Christoffer, Clarence und Pelle kamen nach der Blumenübergabe als Erste von der Bühne und ich hielt sie mit einem „Hey guys, is there any chance to meet you out there? We’ve got a present for you, Chris and it would be nice to meet you.“ „Sure“, sagte Clarence. „We can come out now.“ Ich fragte dann erst einmal, WO sie denn rauskommen, denn wir hatten schon vorher keinen Backstageeingang finden können. „Well you’ll have to look for us. Don’t know where.“ Na bravo. Ich erklärte ihnen dann, dass wir ohnehin erst noch die Geschenke holen müssten und wir einigten uns auf „ten minutes“. Als die drei in den Katakomben verschwunden waren, spekulierte ich auf Marie. Die kam zwar allmählich, aber sehr langsam. Und von hinten schob mich bereits der Ordner Richtung Ausgang. Ganz zufällig fiel mir was runter, ganz zufällig stolperte ich. Dann war Marie endlich in Hörweite. Ich rief laut „MARIE!“. Sie schaute hoch und ich rief: „You were great“. Sie lächelte und schenkte mir ein „Thank you“. Damit musste und konnte ich leben.
Als wir draußen standen und die Geschenke hatten, kamen relativ schnell Christoffer, Clarence und Pelle raus. Wir haben kurz geredet und Jenni hat Christoffer ihr Geschenk überreicht. Christoffer fragte uns dann, wie uns die Show gefallen hätte und Jenni und ich haben die Frage wohl unterschiedlich aufgefasst. Jenni bezog es auf Roxette, ich auf die ganze Show. Und plapperte dann munter drauf los. Dass ich Sharon den Adel gut finde (die Musik), aber ihre Stimme nicht mag und Christoffer sah es ähnlich. Er fragte nach Toots Thielemans und ich teilte seine Begeisterung. Dann kamen wir noch zu OMD und ich meinte, dass der Sänger nicht singen kann, was Christoffer wiederum bestätigte, allerdings ist er der Auffassung, dass diese dämlichen Tanzeinlagen „funny“ seien. Ich sagte dann, die sind „silly, not funny“. Dann ging es noch um Marie und dass sie sich nicht raus zu den Fans traut, weil sie sich nicht wieder erkälten will. Und dass es ihr ja inzwischen wieder besser geht. Wir haben kurz über den 24. Oktober gesprochen, wo Marie so gar keine Stimme hatte. Christoffer sagte „No, she would never cancel a show. She’s a fighter“. Ich sagte, dass ich das auch so sehe und dass ich sie bewundere, dass sie aufgetreten ist. Ich habe dann versucht, ihm zu erklären, dass es UNS egal ist, ob sie krank singt, aber dass es an diesem Abend wohl für die anderen 15.000 Leute etwas blöd war. Er sah das auch so, woraufhin ich noch meinte, dass für uns nur zählt, dass sie überhaupt auf der Bühne steht und singt: Live and alive! Dann packte ich mein Roxopoly aus. Christoffer konnte es nicht so ganz fassen, was er da sah. Er wollte das Spiel auch nicht selbst mit reinnehmen, sondern schickte – ich glaube – Clarence rein, um Per zu holen. Als der dann kam, lief Chris ihm entgegen und sagte: „Du måste se det“ (Das musst du dir ansehen). Per durfte jedoch das Haus nicht verlassen, weil er noch ein Sektglas in der Hand hatte. Ich bin also mit meinem Roxopoly zu ihm hin und habe den Deckel abgenommen und währenddessen erklärt, was das ist, wieso es ist und so weiter. Per sah sehr überrascht, wenn nicht sogar geschockt, aus. Zwischendurch sagte er mal „I am stunned and speechless.“ Er musste über Arlanda Airport lachen, hat gleich die teuerste „Straße“ gesucht und sich die personalisierten Spielfiguren mit den Gesichtern von ihm, Marie und der Band angesehen. Chris stand besonders auf das Roxopoly-Geld und konnte nicht fassen, dass wir sogar extra Geld dazu gemacht haben, auf dem Roxopoly steht. Ich hatte zum Glück jede Menge Zeit, Per das Spiel zu erklären, denn außer Patricia, Jenni und mir waren nur noch zwei weitere Fans da, die geduldig warteten. Per sagte, das gehöre ins Roxette-Museum, woraufhin ich ihn fragte, ob es schon eins gäbe und er meinte, nein, aber spätestens jetzt wäre es dann wohl soweit. Ich habe dann noch gesagt, dass er mir das Spiel zurückschicken soll, bevor er es wegwirft, aber er antwortete: „I won’t throw it away. This is something to keep.“ Er war dann noch etwas traurig, dass er nichts für uns hatte und sah etwas verloren aus. Als Dank schenkte er mir jedoch eine Umarmung und einen Kuss auf die Wange – was frühstückt der Mann in den letzten Jahren? Auch Jenni und Patricia bekamen eine Umarmung. Dann gab es noch ein paar Fotos und dann war das Meet und Greet auch schon vorbei. Ich hatte Per noch gesagt, dass dieses Spiel unser Dankeschön ist, dass sie jetzt diese Tour machen, mit der wir nie im Leben mehr gerechnet hätten. Er sagte darauf nur: „Thank YOU“.

Als Per und Band verschwunden waren, unterhielten wir uns draußen noch mit Colin, einem holländischen Fan und Mitglied von The Daily Roxette. Nach etwa 10 Minuten kam Oscar, Techniker und Manager, noch einmal heraus und suchte das „girl with the game“. Dann drückte er mir etwa 10 Plektren von Per in die Hand.

Murphy’s Law steht deswegen im Titel, weil es typisch war, dass ausgerechnet der größte Marie-Fan bei diesem Meet and Greet ein Bussel vom Gessle bekommt. Ich sehe Jenni schon vor mir, die von Marie umarmt wird und ICH stehe daneben. 😉 Aber es war ein fast perfekter Abend.. nur Marie hat eben gefehlt.

Advertisements

4 Kommentare

  1. Sascha · November 16, 2009

    Sehr coole Story! Könnte mir vorstellen, dass das Spiel im Leif’s landet. 🙂

  2. Der Bruder · November 16, 2009

    Was man nicht alles machen muß, um ein falsches Bussi zu bekommen! 😉
    Freut mich trotzdem für euch sehr, dass ihr so NAH ran konntet.

    Th.

  3. Die Freundin · November 17, 2009

    Ein packender Bericht. Freue mich sehr für dich und mal ehrlich: Was wäre denn ein Abend ohne Murphy??? Ich erinnere nur an das besagte Open Air, Marie Luftlinie 50m von dir entfernt und du in der Masse schreiender Per Fans…unerreichbar…
    Trotzdem cool!

  4. kiwein · November 17, 2009

    Jaaaaa, das war NICHT komisch. 😛 Hihi..

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s