Alice Munro – Tricks

Mit dem Urlaubsblog geht es nach dem Urlaub weiter. Zu wenig Zeit, teilweise zu wenig erlebt (wenn man den ganzen Tag am Strand liegt und das viele Tage hintereinander, erlebt man einfach nicht so viel) und ansonsten auch keine Lust zu schreiben.

Allerdings…ich lese derzeit das Buch „Tricks“ von Alice Munro, das ich bereits im November von einer Freundin geschenkt bekommen habe. Durch Prüfungen hatte ich bislang nicht die Zeit, es zu lesen. Es lag immer ganz oben auf dem „Zu lesen“-Stapel und staubte langsam ein. Ich muss hier gestehen, dass  es dennoch nicht das erste Buch war, das ich gelesen habe. Denn hier im Urlaub habe ich erst einmal die Taschenbuch-Ausgabe von „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling gelesen. Wurde ja auch langsam mal Zeit. Köstliches Buch, so ehrlich, so lustig, macht so viel Lust auf mehr und bestätigt den Satz „Wenn einer eine Reise tut…“.

Nun aber zu Alice Munro. Bei „Tricks“ handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung. Insgesamt acht Geschichten sind in diesem Buch zu finden. Ich habe inzwischen fünf gelesen und bin extrem zwiegespalten. Diese Frau wird ja als extrem gut gehandelt und so startete ich auch in die erste Geschichte, in der eine Frau fluchtartig ihren Mann verlässt, es sich dann aber noch im Bus anders überlegt und auch bei ihm bleibt, als sie herausfindet, dass er ihre geliebte Ziege umgebracht hat. Diese Geschichte hat mir bis jetzt mit Abstand am besten gefallen. Einziger Kritikpunkt: Frau Munro beginnt Handlungsstränge, die sie nicht zu Ende führt. Sie erzählt Geschichten und Hintergründe an, um dann aber nicht deutlich zu machen, wieso sie sie anbringt. Teilweise führt das dazu, dass man hinter jedem Satz mehr wittert, als er tatsächlich verbirgt. Und das strengt an – jedenfalls mich. Noch dazu haben diese Geschichten kein Ende. Sie hören einfach auf, aber sie enden nicht. Das mag ja künstlerisch hochwertig sein, mich entnervt es. Die Enden sind teils so zusammenhanglos, dass man nicht mal im Kopf ein mögliches selbsterfundenes Ende zusammenspinnen kann.

Eine nächste Enttäuschung erlebte ich bei der Geschichte der Dame „Juliet“. Die Geschichte ist gut geschrieben und schlüssig – sie sitzt in einem Zug, um zu einem Ex-Freund zu fahren und lernt in diesem Zug die Liebe ihres Lebens kennen, nachdem sie gerade indirekt einen Mann in den Selbstmord getrieben hat – und gefällt mir. Dass dann allerdings über diese Juliet noch zwei weitere Geschichten folgen, die wie auch die erste, irgendwie kein Ende haben, ist verwirrend. Es werden Personen eingeführt, von denen man glaubt, sie werden noch eine Rolle spielen (Irene), tun sie dann aber nicht. Aber es werden Seiten verschwendet, diese Person vorzustellen und zu charakterisieren. Da neige ich zum Überblättern.

Richtig gut gefallen – eigentlich am besten – hat mir die Geschichte über Grace. An dieser Stelle sei erwähnt, dass in allen Geschichten eine die Hauptperson darstellt. Auch in dieser Geschichte wird – wie schon in Geschichte eins – zumindest eine homoerotische Tendenz erwähnt, verebbt dann aber und spielt für die Handlung überhaupt keine Rolle mehr. Wieso baut man sie dann denn ein? Vielleicht bin ich dafür zu pragmatisch. Dieses Buch zehrt jedenfalls an meinen Nerven und nach jeder weiteren Geschichte bin ich versucht, den Schmöker einfach zuzuschlagen und wegzulegen. Ich kann es aber nicht. Das muss das Fesselnde an diesem Buch sein.

Liebe S., wenn Du das hier also liest: Danke für das Buch, es berührt mich, wie Du lesen kannst. Sowohl positiv als auch negativ. Es verlangt mir einiges ab! Und ich verspreche, ich werde es zu Ende lesen.

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2 Kommentare

  1. S. · August 11, 2009

    Da mußt du mir einiges aber genauer erklären. Bin schon gespannt! 🙂

  2. Pingback: Lesen! « Planet Kiwein

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