Urlaub – Tag 1 und 2

Tag 1

Schweden 2009 – wir sind angekommen. Zehn Stunden waren wir diesmal unterwegs, mit einigen Stopps hier und da. Als wir dann endlich bei unserem Häuschen waren, konnten wir noch nicht rein, da es erst ab 12 Uhr frei wurde. Glücklicherweise hielt das Wetter und so konnten wir am Privatstrand unseres Vermieters liegen und im Vittsjö schwimmen. Das Thermometer zeigte 22 Grad an, gefühlt waren es aber mindestens 27. Den Rest des Tages haben wir mit Auspacken, Schlafen, Essen und Spazierengehen verbracht – recht unspektakulär.

Spektakulär war es allerdings auf dem Weg zu unserem Häuschen. Mein Bruder hat nämlich sein Auto noch vor dem Urlaub auf Autogas umrüsten lassen und leider nicht gewusst, dass Autogas in Schweden überhaupt nicht verbreitet ist. Insgesamt 20 Tankstellen gibt es in ganz Schweden. Natürlich hatten wir die Liste der Tankstellen vorher fein säuberlich ausgedruckt und mitgenommen. Allerdings ist die nächste Tankstelle von unserem Häuschen aus auch 40 Kilometer entfernt. Zum Glück lag eine der Tankstellen auf dem Weg zu unserem Haus und so sind wir dort natürlich zuerst hingefahren. Als wir abrupt in einen Feldweg abbiegen mussten und etwa 5 Kilometer auf einer ungefestigten Straße gefahren sind, habe ich begonnen, daran zu zweifeln, ob da wirklich eine Tankstelle sein soll. Es kam eine – ein Gastank, eine Zapfsäule und ein Wagen. Direkt neben einem Reiterhof und in völliger Verlassenheit und mit Öffnungszeiten von drei Stunden am Tag – sonntags geschlossen. Natürlich waren wir an einem Sonntag da, der Betreiber aber auch, der dann höflich mitteilte: It’s closed. Nun gut, dann eben kein Gas. Wir konnten immer noch nicht so recht glauben, dass das eine Tankstelle gewesen sein soll. Jedenfalls ging es dann – umgestellt auf Benzin – ohne Gas weiter.

Der See, an dem unser Haus ist, ist rot. Es sieht aus, als hätte dort ein Massenschlachtfest stattgefunden. Es ist vermutlich Zink oder so etwas, genau wissen wir es nicht. Aber man kann wunderbar darin schwimmen, es ist schön warm und angenehm. Hoffen wir mal, dass das Wetter noch ein wenig so bleibt. Der Vermieter spricht sogar leidlich deutsch, wirklich bemerkenswert. Und Plüschhund Winnie versteht auch deutsche Anweisungen, wirklich süß.

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Tag 2

Regen, Regen, Regen schon zum Aufstehen. Also blieb nur Städtetour oder zuhause Versauern. Von See oder Strand konnte keine Rede mehr sein. Da unser Ort in der Nähe von nichts ist, läuft jede Fahrt auf mindestens 70 Kilometer hinaus. So sind wir dann nach Helsingborg gefahren, waren ein wenig shoppen, auf dem Turm Kärnan und am Hafen. Für das Wetter war es eigentlich genau richtig, wenn auch unspektakulär. Spektakulär war auch heute wieder die Suche nach einer Autogastankstelle. Diesmal nicht in Bjuv, wie gestern, sondern in Örkelljunga. Oder sagen wir besser: in der Nähe von Örkelljunga. Im Wald. Tief im Wald. Quasi am Ende der Welt. Und wieder: Eine einsame Zapfsäule, ein Mann mit nacktem Oberkörper, der locker 50 Kilo zuviel auf den Rippen hatte und ein seltsamer Schrottplatz. Mit dem netten Herrn habe ich dann sogar ein paar Worte schwedisch gewechselt, weshalb er mich dann ganz erstaunt fragte, ob ich tatsächlich schwedisch spreche. Ich redete mich auf ein „lite“ heraus, konnte aber immerhin noch zwei Sätze mit ihm wechseln. Gut fürs Ego. Im Helsingborger McDonald’s habe ich dann nochmal auf schwedisch alles probiert, beim ersten Mal bekam ich immerhin eine schwedische Antwort, beim zweiten Mal wurde ich dann auf englisch bedient. Wahrscheinlich war „en liten cola“ zu deutsch gesprochen, wer weiß.

Hatte ich übrigens schon erwähnt, dass die Tanksäule mitten im Wald war? Insgesamt dreimal haben wir nach dem Weg gefragt, jedes Mal hieß es: Drei Kilometer geradeaus und dann links (wahlweise rechts). Mit einem Auto, das 10 Zentimeter über dem Feldweg schleicht, war die unbefestigte Straße natürlich wieder ein tolles Erlebnis. Immerhin sind wir dann mit 40 Litern Autogas weitergefahren. Kleines Highlight war, dass wir ja schon mitten im Wald waren, die Straße aber an der Säule noch geradeaus weiter in den Wald führte und wir diese Route von der TomTom-Frau für den Weg nach Helsingborg vorgeschlagen bekamen. Wir sind ganz naiv einfach mal geradeaus weitergefahren und wunderten uns nach drei Kilometern, dass eine „Straße“ dieser Art überhaupt in einem Navi angezeigt wird. Die Reise ging jedenfalls nach vier oder fünf Kilometern Geholper nicht mehr weiter und wir haben klein beigegeben und umgedreht. Zumindest weiß ich jetzt mal, wie schwedische Waldwege aussehen.

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