Irgendwas geht immer

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich, egal wie müde oder erschöpft ich bin, immer schreiben kann. Schreiben geht immer. Dachte ich jedenfalls. Nach zwei Wochen Schreib- und Arbeitmarathon gehen mir die Worte aus. Nicht nur die, die aus der Hand kommen, sondern auch die, die sich im Kopf bilden. Ich kann nicht mehr schreiben und ich will auch nicht mehr. Ich bin leergeschrieben. Ziemlich jedenfalls. Mit sehr viel Selbstdisziplin und Kampf kommen dann immer noch ein paar Worte raus. Aber dass sie zeitungswürdig sind, glaube ich eher nicht. Es ist Zeit für Urlaub. Worte – geschrieben – sind eigentlich mein einziges Mittel, mich auszudrücken, wie ich es will und meine. Ich spreche nicht so gut wie ich schreibe, ich male nicht so schön wie ich schreibe und ich lache auch nicht so schön wie ich schreibe.

Jetzt hat es mich tatsächlich D-R-E-I Tage gekostet, einen Artikel für die Zeitung zu schreiben, den ich normalerweise in einer halben Stunde niedergeschrieben hätte. Der Zettel mit den handgeschriebenen Notizen lag seit Freitag neben mir und je größer der zeitliche Abstand zwischen den von Hand gefertigten Notizen und dem Versuch, es zu tippen, wurde, desto mehr habe ich den Bezug zu der zu tippenden Geschichte verloren. Hatte vergessen, wie mein Interviewpartner auf diese oder jene Frage zu dieser oder jener Antwort gestikuliert oder gewirkt hat. Entscheidend, wenn man es niederschreiben will. Aber es ging einfach nicht. Ich konnte nicht anfangen. Ich war gefangen in der Welt der Turnierberichterstattung. x schlägt y mit 5:3 und steht im Finale gegen z, angepfiffen wird morgen um 15 Uhr. Banalität, wenn man so will. Hat hier haushoch gegen kreative Eigenleistung gewonnen. Aber jetzt steht die Geschichte, heute morgen fertiggestellt und ich bin froh. Diese Woche erwarten mich nur noch einige Routineartikelchen, Sachen, die ich auch schreiben kann, wenn ich vier Bier und zwei Korn getrunken und eine fiese Currywurst gegessen habe. Schreiben geht also doch immer. Auch wenn ich es im Moment anders empfinde. Es ist mein Glück, dass es geht. Denn es ist alles, was ich habe, kann und will!

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