Kirmes im Kaff

Wenn es in meiner Wohnung nach Popcorn riecht, obwohl ich weder den Mais in der Pfanne vergessen, noch im Laden ekliges, klebriges Popcorn gekauft habe, dann ist Kirmes-Zeit im Ort. Besonders nervig, weil sie entweder hinter oder vor meinem Haus stattfindet. Richtig Pech habe ich, wenn sie hinter meinem Haus stattfindet, wie im letzten Jahr. Dort ist nämlich eine Grundschule und eine Rasenfläche in der Größe eines Fußballfeldes, das dann mit Ständen, Bierbuden, Fressstädten und weiterem zugestellt wird. Direkt neben meinem Schlafzimmerfenster führt eine kleine Gasse zu diesem Platz, was bedeutet, dass ich die ganze Nacht (bis in die frühen Morgenstunden) über Gelalle, Gesinge, Gekotze, Gebrülle und proletisches Geschreie hören darf. In diesem Jahr habe ich Glück. Anscheinend gingen die „Ge“-Männer nicht nur mir auf den Nerv, denn die Gemeinde hat beschlossen, dass die Kirmes dieses Jahr im kleineren Rahmen VOR meinem Haus gefeiert wird, bzw. 50 Meter weiter unten. Die Sauffeierlichkeiten finden INDOOR statt, in einem riesigen Saal der örtlichen Traditionsgaststätte, und vor dieser Lokalität stehen in diesem Jahr die Buden. Nun ja, was sage ich Buden…! Ich bin gerade mit dem Hund einmal vorbeigehuscht und habe immerhin einen Popcorn/Gebrannte Mandeln/Magenbrot/Zuckerwatte/andere Zahnkiller-Stand, einen Bierwagen, einen Lass-Dein-Geld-Hier-Indem-Du-Auf-Kleine-Figuren-Schießt-Oder-Für-Zu-Viel-Geld-Lose-Kaufst-Mit-Denen-Du-Dann-Hässliche-Kuscheltiere-Gewinnst-Wagen und einen Fresswagen (natürlich gibt es nur Bock-/Rinds-/Bratwurst und Pommes) entdeckt. Das war es. Das ist in diesem Jahr die Kirmes. Um die Jugend in Schach zu halten, die aus anderen Käffern zum Saufen in unseres kommt. Obwohl ich mich freue und hoffe, dass ich nun die nächsten zwei Nächte weniger Ge-Laute hören muss. Wo ich es schreibe, höre ich die ersten Burschenschaftmitglieder neben meinem Schlafzimmer grölen. Na danke!

Trotzdem ist das Ganze irgendwie armselig. Es ist immerhin KIRMES, das größte Ereignis in einem Kaff. Oder? Vielleicht gehe ich dieses Jahr dann doch mal dort ein Bierchen trinken. Sieht schon schnuckelig aus. Nur mein Auto darf ich dieses Jahr nicht wegfahren. Sonst finde ich im Leben keinen Parkplatz mehr bis Sonntagnachmittag. Sollte ich die Gelegenheit haben, von dieser armseligen Nummer ein Bild zu machen, wird es an dieser Stelle nachgereicht.

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