Freitagstreffen

Freitags ist an der Uni nicht viel los, zum Glück. Wenn man also um 14.45 Uhr vollen Magens aus der Mensa kommt, glaubt man nicht, dass man den Professor, bei dem man am folgenden Montag Abschlussklausur schreibt, noch einmal sieht. Doch so geschehen. Nichtsahnend trotten wir durch das Gebäude, als er in Wochenendstimmung, fröhlich grinsend, unseren Weg kreuzt – wir sind übrigens seine einzigen beiden Prüflinge. „Na, ich dachte, sie haben sich schon zum Lernen in der Dachkammer verbarrikadiert?“ Mich in den „Schuldig“-Modus begebend, antworte ich, dass wir „nur schnell essen“ waren und wieder auf dem Weg in die UB sind, wo wir „unser Zelt aufgeschlagen“ haben. Er lacht, erzählt ein wenig von dem, was er jetzt vor hat und wünscht viel Erfolg am Montag. Die Klausur dauert vier Stunden und meine Freundin und ich sind, wie erwähnt, die einzigen Prüflinge. Ich sage: „Sie können doch für uns hingehen, sie schaffen doch beide Themen in vier Stunden.“ Er lacht wieder. „Inhaltlich vielleicht schon…..“ Er hält inne. Und weil er ein ganz feiner Kerl ist und zudem äußerst bescheiden, fügt er schnell hinzu: „….aber ich kann ganz schlecht mit der Hand schreiben. War schon in der Schule so.“

Ich finde, das war vor Montag noch einmal richtig nett zu erleben. Gibt Ruhe und entspannt ein wenig. Selten so einen „normalen“ Professor kennengelernt, der mit dem, was er weiß und kann – und er weiß und kann sehr viel – überhaupt nicht kokettiert. Mit beiden Beinen steht er im Leben. Einfach nur nett!

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