sUBkulTOUR

Zuhause lernen ist nicht meins. Nicht nur, weil hier vielfältige Möglichkeiten der Ablenkung lauern (Fernsehen, Internet, Telefon, nicht zu vergessen das Bett oder andere, viel interessantere Bücher als die, die ich lesen muss), sondern auch, weil ich hier schlicht keinen Platz zum Lernen habe. Auf dem rechten Teil des Schreibtischs steht mein PC bzw. der Monitor, Tastatur, Kalender, Maus. Auf der linken Seite blockieren Bücher, benutzte Teller, der Mülleimer unter dem Tisch, Locher auf dem Tisch und andere Utensilien die Arbeitsfläche. Teller wegräumen? Nie im Leben, ich esse ja am PC – unmöglich.

tisch
Also geht es zum Lernen in die Universitätsbibliothek, kurz UB. Hier tummeln sich noch andere, die zuhause kein Wort in den Schädel kriegen. In einem Raum mit zig anderen zu sitzen und zu lernen, hilft, sich zu konzentrieren. Glaubt man jedenfalls. Hier muss man still sein, sehr still. Und am besten machen das die Leute, die versuchen, besonders leise zu sein. Leise husten (aber dann fünf Minuten am Stück), leise laufen, flüstern (Männer können das übrigens nicht), leise hinsetzen, leise den Laptop anschließen und am besten leise denken. Und das sind die schlimmsten Lerner, denn die machen durch ihre Stille mehr Krach, als würden sie entweder eine Minute laut reden oder kurz rausgehen (Achtung, macht auch Lärm!).
Irgendwann gewöhnt man sich dann an die Lerngeräusche und liest und lernt. Klappt – so nach zwei, drei Wochen. Mittlerweile hat sich bei meinen Lernfreundinnen und mir jedoch eine Art sUBkulTOUR eingeschlichen (man beachte das Wortspiel mit UB!). Am Anfang haben wir uns um 9 Uhr zum Lernen getroffen und dann wirklich bis 12.30 gesessen, um dann in die Mensa zu huschen und danach noch einmal zwei Stunden zu lernen. Inzwischen treffen wir uns um 10.30 Uhr, trinken in der cUBar erst einmal einen Kaffee, setzen uns zum Sonnen raus, schnattern (genau, im Lernraum darf man das ja nicht) und sortieren uns. Irgendwann gegen 11.15 Uhr lassen wir uns dann herab, doch mal in die Bücher zu schauen, nur, um dann gegen 12.30 Uhr Richtung Mensa und danach direkt nach Hause zu gehen. Das ist doch kein Lernverhalten. Aber ich habe ein reines Gewissen, wir haben uns das nur abgeschaut. Denn nach eigener Beobachtung machen das rund 80% aller UB-Lerner, das erleichtert also. Aber jetzt, so kurz vor der Klausur, muss sich das dringend ändern. Die UB-Kultur muss wieder geordnete Formen annehmen. Frühlingswetter hin oder her. Ein Hoch auf die sUB-KulTOUR.

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